Es geht, wenn man will

    (11 x gelesen)
    Okt 23 2020

    Freitag

     

    Fünf nach um sieben und schon fertig angeschlossen. Gutes Gefühl. Die untere Nadel wollte nicht so recht, musste sich dann aber meiner Entschlossenheit fügen. Heute wurden die Schläuche vorher auch mit NaCl-Lösung gefüllt und damit nach dem Stechen die Nadeln und das „Drumherum da drinnen“ gespült, um zu vermeiden, dass der Druck wieder auf und ab springt. Mal sehen, ob’s was bringt.

    Das Taxi fährt ganz normal. Am Ortsausgang überholt uns ein PKW ziemlich hirnrissig. Der hat’s aber eilig! Vier Minuten später, an der nächsten Ampel, steht er genau vor uns. Da hat er mit seiner schnellen Fahrweise ja jede Menge Zeit rausgeholt. Bei Grün wieder ab und weg. Manche

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    Okt 21 2020

    Mittwoch

     

    Manchmal werde ich mir bewusst, wie klein, unscheinbar, unbedeutend und hilflos doch der Mensch ist.

    Schau dir mal einen Achttausender an. Oder nur die Zugspitze. Majestätische Erhabenheit! Wie lange würden die Menschen mit all ihrer genialen Technik brauchen, so einen Berg aufzuschütten? Oder abzutragen? Wie viele Schubkarren Steine wären das? Die Natur - oder der Schöpfer? - hat das einfach mal so werden lassen. In Jahrmillionen zwar, aber immerhin. Und niemand hat helfen oder beraten müssen.

    Wenn ich mit meinem Truck nach Riga/Lettland unterwegs war, hab ich fast vier Tage gebraucht, um dort anzukommen. Vier mal neun Stunden Fahrzeit etwa. Ein Freund von mi

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    Okt 19 2020

    Montag

     

    Nicht immer läuft es im Leben so glatt, wie man sich das wünscht. Da gibt es plötzlich Ereignisse, die einem ganz schön zu schaffen machen. Stress, Ärger, Enttäuschungen, Fehler, man möchte nur noch dreinschlagen. Das alles kann plötzlich auf einen einstürmen, ohne dass man selbst davon betroffen ist. Es ist wie ein Überfall. Man rechnet meist gar nicht damit und ist darum um so mehr überrascht.

    Einzige Waffe dagegen? Geordneter Rückzug. Das Schlachtfeld verlassen. Sollen die anderen kämpfen und sich die Köpfe heiß reden. Ich hab dazu keine Kraft mehr. Und es schadet mittlerweile nachweislich meiner Gesundheit. Früher... ja früher war das alles anders. Da saß i

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    Massenmedien-Karambolage

    (15 x gelesen)
    Okt 16 2020

    Freitag

     

    Man kann sich echt wieder daran gewöhnen, dass am Morgen das Taxi pünktlich bzw. schon 10 Minuten vor der vereinbarten Zeit kommt. Dadurch bin ich viertel vor sieben an meinem Platz und um sieben schon angeschlossen. Das ist definitiv besser, als um diese Zeit noch vor der Haustür zu stehen und zu warten. Die zwei freundlichen, aber scharf formulierten Beschwerden haben wohl doch ihren Zweck erfüllt.

     

    Ob der Fernseher mir gegenüber an der Wand enttäuscht ist, dass er zwar an ist, ihn aber niemand beachtet? Die haben es ja auch nicht so leicht. Etwa 50 verschiedene Kanäle. Auswahl pur bis unmöglich. Für mich ist das beste Programm ja das, wenn er aus ist. E

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    Alltag

    (18 x gelesen)
    Okt 14 2020

    Mittwoch

     

    Heute ist mal wieder so ein Tag, wo mir absolut nichts einfällt, was ich schreiben könnte. Obwohl das schon wieder nicht stimmt, weil ich ja grad was schreibe... Doch es ist wie so oft: Beim Schreiben läuft es plötzlich. Man muss nur erst mal anfangen.

     

    Sechs Patienten, inklusive ich, 3 Schwestern, die fleißig beim Anschließen sind, ich war der erste und hab mich wieder selbst punktiert, 1 Schwester und 1 FSJ-lerin (nicht verwechseln mit FS-Jodlerin), die sich um das Drumherum kümmern, 1 Patient, der grad mit dem Rollstuhl gebracht wird, ein weiterer, der mit dem Bett gebracht wird. Also ist mittlerweile die Bude voll und auch das Lärm-Level steigt entspre

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    Mind fights

    (17 x gelesen)
    Okt 12 2020

    Montag

     

    An das pünktliche Taxi kann man sich genauso gewöhnen, wie an das nahezu problemlose Punktieren. Ich bin rechtzeitig in der Klinik und die Nadeln finden fast von alleine ihren Weg in die Vene. Damit ich aber nicht zu stolz werde darauf, meckert die venöse, dass der Druck zu hoch ist, mit dem sie mir das Blut zurück gibt. Als würden innen so’n paar freche Jungs sitzen und sich den Jux machen: „Jetzt halten wir mal zu!“ Heute ist es besonders schlimm. Die Schwestern sind verzweifelter als ich. Also ist heute ein „Tag der Rohrreinigung“.

     

    Heute ist auch wieder ein „warum-geht-es-bei-vielen-so-schnell-abwärts-Tag“. Rechts und links neben mir. Hautnah sozusagen.

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    Freitag

    (21 x gelesen)
    Okt 09 2020

    Freitag

     

    Durch den Flur laufen, Hände desinfizieren, auf den Tür-von-alleine-aufgeh-Knopf drücken und dann dieses Geräusch der sich öffnenden Tür... Was war das früher, wenn man mal was im Krankenhaus zu tun hatte, für ein außergewöhnliches Geräusch. Damals bei der Shunt-OP, anfangs in den ersten Dialyse-Wochen. Heute Morgen dachte ich: „Das ist mittlerweile sowas von normal geworden, das gehört einfach zu meinem Leben dazu.“ Ich hab ja auch bald mein zweijähriges Jubiläum hier.

    Zwei Jahre... Was hat sich in dieser Zeit alles geändert! Der ganze Lebensrhythmus ist anders geworden. Das Befinden auch. Von total geschafft und müde und abgespannt zu mehr Energie und Lebenswille

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    Okt 07 2020

    Mittwoch

     

    Der Tag beginnt positiv. Zuerst mit pünktlichem Taxi. Er geht weiter mit erfolgreich hineinragenden Nadeln. Sogar mit 400 ml/min Durchfluss. (Und für Insider: nebenbei etwas träumen...)

    Doch dann sind sofort die Kopfhörer mindestens überlebensnotwendig. Vier Schwestern, vier Patientinnen und nur zwei Männer im Raum. Ich frag mich manchmal, wo die viele Aufregung herkommt. Und wenn ca. 4 Personen quer durcheinander reden und eine laut telefoniert, klingt das zwar fast wie ein Orchester, jedoch ohne jegliche Harmonie. Da sind die Musiker bei „Kontretanz, K 609 No.1“ oder dem „Violin-Konzert Nr 5“ und anderen Highlights von Mozart wesentlich besser aufeinand

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    Dies und das

    (31 x gelesen)
    Okt 05 2020

    Montag

     

    Bevor man sich versieht, ist von den 22 Jahren schon ein Wochenende vorbei - und es sind nur noch 3459 Beiträge. Die schaff ich locker auch noch...

    Das ist wie mit der Rente. Hab ich doch neulich, vor einigen Tagen erst, geschrieben, dass die Rente ausgezahlt wurde. Und was soll ich sagen? Letzten Mittwoch wurde sie schon wieder ausgezahlt. Ich sehe es kommen: Die 22 Jahre sind zuckzuck vorbei und ich genieße meinen 88. Geburtstag. Hatte ich schon mal erwähnt, dass Geburtstage sehr gut für die Gesundheit sind? Je mehr man davon hat, desto älter wird man.

     

    Montag, langes Wochenende. Mal davon abgesehen, dass ich von Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag meine

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    3460 : 3 : 52 = 22

    (34 x gelesen)
    Okt 02 2020

    Freitag

    Das Taxi stand 10 vor halb sieben schon vor der Tür. Viertel vor sieben war ich am Platz. Fünf nach sieben hat Daisy schon mein Blut gewaschen. Da stand ich andermal noch vor der Haustür... Der Tag beginnt also zufriedenstellend.

    Das Stechen - des Selbst-Stechers - war auch wieder zufriedenstellend. Ich muss gestehen, es fängt langsam an, Spaß zu machen. Ich freu mich irgendwie, das selbst machen zu können, zu dürfen. „Dialyse-Nadel, gelb, 20 mm Länge, 1,8 mm Dicke“ steht auf der sterilen Verpackung. Verschiedene Farben der Flügel (dort, wo man sie anfasst zum Einstechen) bedeuten verschiedene Dicken. Die brutalsten sind dann 2,0 mm dick. Aber das ist alles kein g

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