Zu dumm

Samstag, 17.10.2026, 20:30 Uhr


„Die Dummen müssen gescheit sein!“ heißt es doch. Aber das funktioniert eben nicht immer.
In Medizin-Beipackzetteln steht oft, dass man unter bestimmten Medikamenten nicht am aktiven Straßenverkehr teilnehmen und keine Maschinen bedienen darf und dass man da keine wichtigen Entscheidungen treffen sollte.

Am 16.09. wurde ich aus der Klinik entlassen. Wieder zuhause, neues Leben, Umstellung des Tagesablaufes, langsam eingewöhnen, alles irgendwie anders.

Zwei Tage später, am 18.09., ich glaub, ich hab davon berichtet, habe ich mir ein Pflegebett bestellt, 200x120 cm. Dazu eine neue Matratze, 200x120 cm. Und, das Wichtigste, einen elektrisch verstellbaren Lattenrost, 200x120 cm.

Bettgestell und Matratze kamen schnell. Der Lattenrost kam gestern. Ich ausgepackt, mich gefreut wie ein paniertes Schnitzel, guck auf den Aufkleber…

200x100 cm!!! Drei mal nachgemessen, es nutzte nichts, der Lattenrost blieb bei seinen 200x100! Die haben das Falsche geliefert! Nachgeschaut in der Bestellung, auf deren Webseite, Artikelnummer verglichen.

Oh wie dumm kann man sein! Ich trau mich´s kaum zu schreiben! Ich hatte falsch bestellt! Jetzt kam wieder das teuere Fahrrad zum Greifen: „Guter Rat sein teuer!“ Was jetzt?! 

Hotline angerufen, Sachlage geschildert, gefragt, was ich tun solle.

Ab da wird es langsam wieder entspannter. Ich solle gleich das Widerrufsformular ausfüllen, das wird dann bearbeitet. Ich muss das Ding wieder transportfähig verpacken und es wird bald von Hermes (kostenlos) abgeholt. Ist es bei der Firma eingetroffen, erhalte ich den vollen Verkaufspreis zurück und kann dann den RICHTIGEN Rost bestellen. Der ist halt 200 Euro breiter, passt dann aber in mein Gestell.

Die Moral von der Geschicht:
Kauft zwei Tage nach der Klinik keinen Lattenrost nicht!


Könnt ihr euch vorstellen, dass ich da keinen Bock hatte, von meinen letzten Ereignissen in der Klinik zu berichten?

Da gibt es nämlich (Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich.) vieles zu berichten.

Erstens hat am Mittwoch Nachmittag die Urologie angerufen und den Termin für Donnerstag abgesagt. Nix mit DJ ex. Die wurde auf den 04.11. verschoben. Das war sozusagen auch eine Widerrufserklärung. 


Aber der Nachkontroll-Termin gestern blieb.

Werte alle gut, keine Medikations-Änderungen. Hb steigt weiter, nur das Kalzium ist noch zu hoch. Das stört beim Phosphat-Haushalt und der Knochendichte (Osteoporose). 

Kommt also prophylaktisch ein neues Medikament zu den 13 anderen noch dazu. 1 mal pro Woche, immer am Sonntag, muss ich das nehmen. 1/2 Stunde nach dem Frühstück. Im Stehen. Mit mindestens 1 großen Glas Wasser hinterher. Danach darf ich mich 1/2 Stunde nicht setzen oder legen. Krass, oder?

Der Grund: Die enthaltene Säure kann die Speiseröhre verätzen! (Da wäre dann erstmal nix mit Schmelzkäse!) Morgen früh geht´s los damit.

Zum Ultraschall meinte er nur: „Tippi Toppi! Kein Rückstau, sehr gute Durchblutung.“

Danach musste ich noch mal Blut opfern. Das wird untersucht auf eventuelle Viren, die wegen der Immunsuppressiva gefährlich werden könnten. Na gut, dann eben zweimal an die Nadel. Ist man ja nach 8 Jahren Dialyse irgendwie noch gewohnt.

Ich hab ihm, dem Doktor, gesagt, hoffentlich geht es mir da nicht wie dem Patienten in dem Witz: „Schwester, haben Sie dem Patienten schon Blut abgenommen?“ „Ja, Herr Doktor, sieben Liter, mehr war nicht drin.“ Sein Reaktion - nach dem Lachen: „Der arme Patient.“ Ich so: „Der hat wohl nichts mehr gespürt.“ Er: „Ja, der nicht mehr.“


Bei so manchen Unbill des realen Lebens kann ein wenig Humor nichts schaden, oder?

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