Umzug

Freitag, 11.09.2026, 11:30 Uhr


In unserer Stadt Laubach gibt es das „Laubacher Ausschußfest (https://laubacher-ausschussfest.de/, eine der vielen Webseiten die ich als Web-Designer gestaltet habe), das größte Fest überhaupt in Laubach. Es steht noch vor Weihnachten und Karneval. Bei diesem dreitägigen Fest gibt es etliche Umzüge. Allen voran die Kapelle, mit richtigem Bumstara und Hopsasa. Dahinter die Schützensektionen, oft noch eine zweite Kapelle (wenn die erste nicht mehr zu hören ist) und zum Schluss die Angehörigen der Schützen. Ach, was sag ich, die ganze Stadt ist da auf den Beinen!

Bei mir fand heute auch ein Umzug statt. Ohne Bumstara und ohne Angehörige.Nicht mal die halbe Station ist mit gelaufen! Einfach still und leise. Von Zimmer 202, einem Einzelzimmer, mit dem Bett und allem Zubehör in die 218, ein Doppelzimmer.
Hat Vorteile, aber auch - erträgliche - Nachteile. Zuerst hat er etwas gebellt, ähnlich wie der Hund meiner Nachbarin, wenn er Konkurrenz wittert. Aber als er gesehen hat, dass ich nicht beiße (das mach ich grundsätzlich immer nur dienstags) wurde er doch schnell zutraulich.

Dieser Mann hat eine Lebend-Spende bekommen. Von seiner Frau. Sowas finde ich total bewundernswert!


Hier auf der Station liegen zur Zeit insgesamt 6 Transplantierte.

In der gesamten Zeit meiner Dialyse gab es auf unserer Dialyse-Station in der PHV Lich insgesamt 2 Personen, die eine neue Niere bekamen. Ganz zu Beginn, schon in meinem ersten Jahr, hatte eine Dame ihr Glück gefunden, bzw. das Glück fand sie. Da war sie ausgerechnet im Urlaub in der Türkei - und sollte so schnell wie möglich nach Gießen/Deutschland kommen. Sie hat es geschafft damals. Und heute geht´s ihr gut, sie ist gesund und mobil.


Und nach weiteren sieben Jahren bin ich von diesen etwa 30 Patienten dort der Zweite, den dieses Glück gefunden hat. Wenn auch die Polizei eingreifen musste.


So, nun wollen einige sicher noch mehr wissen über den Katheter. Die Anderen schauen wieder ´ne Comedy-Sendung oder gehen in den Sandkasten spielen. (Aber nichts in den Mund nehmen!)


Funktioniert! Der Urin läuft ab wie Hulle! Absolut schmerzfrei. Ich hatte eine wunderbar erholsame Nacht. Statt 1 3/4 Stunden gestern hatte ich heute 6 Stunden Schlaf und fühlte mich um 6 schon putzmunter. Deshalb auch mein Beitrag schon so früh.

Das Blasen-Training funktioniert auch gut. Ich kann über eine Stunde abklemmen, bis ich langsam Druck spüre. Ich erinnere mich an frühere Zeiten, als Wasser lassen noch kein Problem darstellte. Du hattest dann dieses Gefühl, dass du mal musst, dass sich da was aufbaut bzw. aufstaut. Nun gut, damals bist du auf´s Klo oder hinter die Büsche und hast einfach. Dieses Gefühl habe ich jetzt auch wieder. Nur, dass es hier keine Büsche gibt. Da. Muss ich die Klemme öffnen.


Nächster interessanter Fakt:
Ärzte (und -innen) sagen mit, dass sowas gar nicht so selten passiert nach einer Transplantation. Erstens war die Blase jahrelang nicht in Verwendung und macht jetzt Stress, weil sie plötzlich aus dem wohlverdienten Ruhestand gerissen wird. Von wegen Rente mit 72! Sie muss erst wieder lernen, sich zu dehnen. Und wenn sie halt zu schnell und zu sehr gedehnt wird, geht sie auf die Barrikaden.

Zum Anderen hatte auch die Prostata, durch die der Harnleiter mittendurch geht, nie mehr das Gefühl, dass sie Platz machen muss, weil da was fliesen will. Jetzt ist es da in ihr enger geworden, weil dieser Platz fast nie mehr gebraucht wurde. Wer darunter litt waren erst die Harnröhre und dann ich. Bei ihr ging nichts mehr durch, war eingeklemmt und bei mir kam statt unten Urin nur oben Schmerz.
Ein Medikament schafft hier Abhilfe, welches die Muskulatur am Blasenhals und in der Prostata entspannt. Dadurch kann der Urin wieder leichter abfließen.
Nun dauert das natürlich seine Zeit. Eine alte Prostata ist schließlich kein D-Zug. 


Also, sattel die Hühner und reite langsam. 

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