Überlegungen

Samstag, 12.09.2026, 16:00 Uhr


Bei dem Abschluss-Gespräch wurde uns auch gesagt, dass wir im ersten Monat 3 mal jede Woche hier zur Ambulanz müssen zur Kontrolle und vor allem zum Blut abnehmen. Damit jedesmal bei Bedarf - und der wird am Anfang häufig sein, hier auf Station jeden Tag - die Medikation entsprechend angepasst werden kann. Das geschieht immer morgens, weil die Blutabnahme „nüchtern“ sein muss. Das bedeutet, bis man hier ist, dran kommt, das Blut gezapft ist, dauert das seine Zeit. So lange nichts essen! Das kann 09:00 Uhr werden, oh oh! Zur Dialyse kam das Frühstück spätestens schon vor 8 Uhr ans Bett.
Gut, da nimmt man sich gegen die Hunger-Ohnmacht nach der Abnahme einen Protein-Riegel zwischen die Kiemen. Das hält dann, bis die Ergebnisse nach da sind und einem Arzt-Gespräch „Zur Lage der Nation“ vielleicht bis gegen 09:00 Uhr?
Danach kommt eben das Frühstück nicht ans Bett, weil es dort keine mehr für uns gibt, sondern… 

und hier beginnen meine Überlegungen direkt zum Thema:

…dann muss ich halt zum Frühstück gehen. Cafeteria. Unten neben dem Foyer. Sicher gibt es da was für´s Frühstück, Kuchen oder einfach Brötchen mit Käse oder Marmelade. Na und wenn nicht, muss ich halt auf Rindswurst ausweichen. Nachdenken? Ist heiß, kein rohes Fleicsh, durchgegart, Brötchen und Senf sind unbedenklich, Kaffee auch: Passt. Ist sowieso gesünder als das Süße, hat mehr Protein und vor allem mehr Phosphat. Tatdaaa!


Eine weitere Überlegung:

Was mach ich mit all der Zeit ohne Dialyse? 3 x 8 Stunden die Woche. Gut, anfangs ist diese Zeit noch mit Ambulanz nahezu ausgefüllt. Doch im zweiten Monat sind es nur noch 2 Kontrollen, nach einem viertel Jahr nur noch eine usw.

Garten, die Hauptbeschäftigung der letzten Jahre fällt bis fast auf Null flach.
Ich koche gerne. Mein Alwin, der Airfryer, freut sich, wenn ich ihn benutze. Auch die Ofenplatte mit ´ner Pfanne drauf, weil nicht alles aus dem Alwin besser schmeckt als aus der Pfanne.

Ich hab mir aus drei WhatsApp-Gruppen Rezepte runter geladen. 75 davon (aktueller Stand) drehen sich nur um Proteine Fleisch.
Ich muss ja nicht an jedem Dialyse-Tag eins ausprobieren, drei mal pro Woche. Man muss es ja nicht übertreiben! Fünf- bis sechsmal ist auch okay. Und dann schmeckt vieles so gut, dass du das öfters machst. Da komme ich ´ne ganze Weile hin. Meine Grundversorgung zu Hause ist also garantiert.

Später dann, wenn der Kontroll-Stress langsam nachgelassen hat, kann ich die „zum-Glück-hinter-mir-gelassenen-Dialyse-Morgen“ nach einem guten Frühstück bei Tiffany mir in der Küche, ganz gechillt Tagebuch schreiben. Natürlich nicht zu lange, denn dann wartet schon Alwin auf mich…


Ja, das Leben ist schön.


Zwiebelhackbraten, Grundrezept

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