So viel anders

Freitag, 04.09.2026, kurz vor 12:00 Uhr


Und es passiert so viel.


Heute Morgen bei der Blutdruck-Messung gibt es plötzlich Alarm und am Arm rappelt´s! Das hört auch nicht wieder auf! Was ist mit meinem Blutdruck?! Und warum kommt da niemand?!
Bis ich gemerkt habe, dass das meine Uhr ist, die ich seit gestern wieder tragen kann (weil sie an der Ladung hing). Der Wecker hat gerappelt. Genau um 05:30 Uhr. Wie jeden Freitag um diese Zeit. Und Montag und Mittwoch. „Aufstehen! Fertig machen für die Dialyse! Taxi kommt nachher!“


So viel anders. Diesen Wecker brauche ich nicht mehr. Auch den 10 nach halb sechs als Verschlaf-Reserve. Alle sechs gelöscht! Aus, vorbei.

Ich hab dann nochmal ne gute Stunde geschlafen. Und diese Nacht hab ich fünf Stunden Tiefschlaf gehabt. Das ist mir bisher noch nie passiert. Sonst höchstens mal eine. 


Heute durfte ich zum ersten mal alleine ins Bad. Waschen, Zähneputzen. Toilette war noch nichts, der Darm war total leer und ist noch träge. Aber das sei nach so einer OP normal.
Auch alleine wieder raus und im Zimmer paar Schritte „freihändig“ laufen. Ging prima.


Zum Frühstück dann - ich muss schon sitzen dabei und einen Bauchgurt umgeschnallt haben, auch wenn ich aufstehe und laufe - hab ich mich getraut, Kaffee zu trinken. Der war fast so gut wie zur Dialyse! Nur fertig geschmierte Brötchen gab es nicht, das muss man hier alles selber machen. In eine Hand das Brötchen, in die andere den Löffel mit Marmelade bzw. dem Schnittkäse und einfach abgebissen. Rustikal geht auch. 


Wegen der Morgentoilette und vielleicht dem Kaffee - Ich hab zur letzten Dialyse vorigen Freitag die letzte Tasse Kaffe getrunken - war dann mein Puls auf über 120/min.
Da sind se aber gleich gekommen!
Hab einen Beta-Blocker schlucken müssen.


Die Gymnastik-Mädels waren auch wieder da. Heute einen Flur-Spaziergang mit Rollator. Ich wollte zwar runter in die Cafeteria, da wollten die aber nicht mit. Und alleine…


Wow, jetzt ist es zehn nach Zwölf! Und schon so viel passiert!


Grad wird mir das Mittagessen ans Bett gebracht. Kartoffelpüree, Rührei, Käsesoße, Spinat. Eine leckere Kombination. Allerdings, bei allen Mahlzeiten schaffe ich nur gut die Hälfte. Ich ess wie´n Spatz.

Ich werde hier also rundum versorgt. Und ich kann mich entspannen und auf meine Genesung konzentrieren.


Tut gut.

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