Ringrunde 3

Dienstag, 15.09.2026, 15:00 Uhr


Hier entscheidet es sich! Wer gewinnt das Kopf-an-Kopf-Rennen? Oder das Blasen-Prostata-Rennen? Wird es ein KO-Sieg? Ein Sieg nach Punkten? Die Blase hat den härteren Hook. Dafür steckt Pro mehr ein. Sie kontert, aber zu schwach. Sie weicht den Body Shots immer wieder aus. Aber oft zu spät. Zu spät erkennt sie die raffinierte Taktik ihrer Gegnerin, wenn sie mit ihren Overhands und Uppercuts immer und immer wieder von ihr geschwächt wird. Dann ein plötzlicher Jab - und Prostata liegt am Boden des Ringes! 10-9-8-7-6-5-4-3-2-1, der Count des Ringrichters ist zu Ende. Knockout! Knockout für die Blase! JAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!


Ihr sollt es doch als Zweite wissen! Als Erste hat es meine spezielle VIP erfahren. Gleich zwei Minuten nach meinem Toilettengang. 

„Die Blase hat gewonnen!“ VIP-Reaktion: „Freu, sehr schön.“


Kommen wir zurück ins reale Leben.
Es gab mehrere Optionen. Nach Plan A folgt Plan B, C, D… Das Alphabet hat ja 26 Buchstäbe, ohne Umlaute und ß, die als Sonderzeichen gelten.

Bei mir ging es nur bis Plan C. Aber der wird gar nicht gebraucht! Wir nehmen Plan B, oder Zwei.
C war, mich bis Mittwoch hier zu lassen. Da aber der Stau in Daisy nachgelassen hat, wie jeder normale Stau auf der A9 am Hermsdorfer Kreuz Richtung Berlin am Freitag Nachmittag auch, bleibe ich heute Nacht noch hier, genieße dann zum letzten mal „Frühstück ans Bett“ (Das war immer das Schönste in der ganzen Dialysezeit!), warte die letzten Blut-Ergebnisse ab, pack meine Siebensachen (oder waren´s acht?), winke nochmal und entferne mich unauffällig aber wirkungsvoll und ohne jegliche Anhängsel an oder künstliche Innereien in mir.

Grad war die (eine von so vielen) examinierten Pflegekräftinnen hier zum Blutdruck messen. Die meinte dazu: „Schön! Schade, aber schön!“
„Warum schade?“
„Naja, Sie waren so ein netter Patient!“
„Oh, das geht runter wie Öl, das fördert gleich die Verdauung!“ (Öl macht doch den Stuhl weich.)

Plan C oder drei war, mich nochmal mit Katheter zu entlassen. 

Igitt! Nein! Kein drittes Mal! Zwei reichen mir völlig und dauerhaft!


„So soll man es Schreiben, so soll es geschehen!“
Wenn jetzt nicht noch was Außergewöhnliches passiert, zum Beispiel die Decke über uns auf uns fällt und wir eingeschlossen werden, wie damals in Peru die Bergleute, die über 60 Tage dort unten ausharren mussten, bis sie befreit wurden, dann geh ich tatsächlich morgen heim.

Dann wird es halt erst morgen so, wie ich dachte, dass es gestern schon wäre: Kein Beitrag morgen früh, sondern erst am Abend. Vorausgesetzt, ich hab nicht wie heute Morgen bei jeder kleinen Anstrengung Atemnot und Zittern. Das Messer fand wieder nur zufällig Butter und Marmelade…


Daheim. 

Zuhause. 

Dorrhamm. 

At Home. 

Otthon. 

À la Maison. 

Doma. 

W domu. 

A Casa.

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