Nicht ganz so einfach

Donnerstag, 17.09.2026, 12:10 Uhr


Leute, Leute! Oder wie wir Vogtländer sagen: Ei, ihr guudn Leit! Man merkt vorn und hinten, dass eine (oder die andere) Schwester fehlt! Alles, aber wirklich alles muss man selber machen. Nicht mal das Frühstück wird einem ans Bett gebracht. Oder das Mittagessen. Oder das Abendessen. Wenn du das wolltest, hat dir sogar jemand (oder meist jefraud) Wasser, einen zweiten Kaffee oder Tee gebracht.

Hier dagegen überlege ich beim Tippen sogar, was ich mir zum Mittagessen mache. Von gestern Abend hab ich noch Linsen-Eintopf übrig. Aber nicht genug. Vielleicht frag ich ja Alwin mal, ob er mir paar Spareribs macht. Mit Pommes.

Eh, wisst ihr, was das für ein geiles Gefühl ist, nicht mehr so absolut peinlich auf´s Kalium achten zu müssen?!
Kartoffeln schälen, möglichst klein schneiden für eine möglichst große Oberfläche, 10 Minuten kochen, damit sich das Kalium löst und austreten kann. (Also, das muss nicht auf´s Klo, sondern einfach osmosemäßig ins Kochwasser verschwinden.) Dann dieses Kalium-Wasser abgießen und mit neuem Wasser fertig kochen. So bekommst du nahezu 1/3 mehr vom Kalium raus, wie beim normalen Kochen.

Jetzt? Wasser ansetzen, Kartoffeln rein, kochen, bis sie gar sind. Du brauchst kein Wasser abgießen und nicht mal schälen. Pellkartoffeln mit Zwiebelquark und Leinöl ist wieder ein ganz reales Ziel geworden.


Für gestern hatte ich organisiert, dass jefrau eine Einkaufsliste für mich abarbeitet. 29 Artikel, nicht nur Lebensmittel. Zum Pech hatte ich Schmelzkäse vergessen und zum Glück Kochschinken drauf. So war mein Frühstücksbrötchen doch nicht verwaist. Ihr wisst ja: Kochschinken und Co.: natürliches Phosphat und Proteine. 


Das eine Immunsuppresivum macht mich noch verrückt. Wenn dann noch psychischer Stress dazukommt, ich sag nicht, woher, ist es ganz aus. Brötchen schmieren ging ja noch, Schinken drauf auch. Aber der Tee… ehe ich den losen Tee im Tee-Ei hatte, war schon die Menge für weitere drei Tees verschüttet. Und bis ich etwas Zucker mit dem Löffel drin hatte, dauerte auch eine Weile. Trinken? Keine Chance! Mt einer Hand schon gar nicht, das konnte ich schon früher öfters nicht. Bisher ging es dann mit beiden Händen. Heute hätte ich die halbe Tasse schon leer gehabt, bevor sie am Mund angekommen wäre.
Abhilfe, denn Ossis wissen sich in jeder Lage zu helfen: Trinkhalm. Da ging es dann. 


Mal sehen, wie das morgen wird. Gestern und heute Morgen war mir jeder Schritt zu viel, jede Bewegung eine Anstrengung. Was sich besonders im Zittern morgens stark zeigt und behindert.

Kurz nach Sechs bringt mich das Taxi zur Klinik. Ohne Frühstück, ohne Immunsuppressiva. Essen darf ich dann erst nach der Blutabnahme. Nüchtern bleiben macht das Zittern noch schlimmer. Hoffentlich halte ich so ruhig, dass sie die Nadel rein bekommt.

Gleich danach ins fertige, mitgebrachte Brötchen beißen! 


Das mit der Cafeteria müssen wir erst mal sondieren.

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