Freitag, 11.09.2026, 07:00 Uhr
Der Tag gestern hatte kein so gutes Ende als wie er begonnen hatte. Da war die Nacht vorher ja schon schlimm. Vormittags hielten sich die Schmerzen in moderaten Grenzen und es kam auch genug Ausscheidung. Nicht umsonst habe ich den Dauerlauf auf dem Flur gewonnen.
Doch noch vor dem Mittagessen wurde es immer heftiger. Ich musste alle 5 Minuten „auf´s Klo“ was bei mir „Urinflasche“ bedeutete. Ich habe ständig am ganzen Körper gezittert und hätte mich dabei krümmen können vor Schmerz, aber das ging nicht, weil ich ja die Flasche halten musste. Und was kam? Fast nichts. Paar Tröpple. Wenn ich mich dagegen erinnere an den Katheter, wie viel da doch in 5 Minuten gelaufen ist…
Der Ultraschall, den die Ärztin wie jeden Tag an Daisy gemacht hat, war wie immer perfekt. Zusätzlich hat sie einen mit der Blase gemacht, der aber unauffällig war. Weil sie nicht abklären konnte, woher der stechende, brennende Schmerz herkommt, wurde entschieden: Es kommt wieder ein Katheter rein.
Gesagt, getan. Oder wie es in dem Film „Die zehn Gebote“ (https://www.moviepilot.de/movies/die-zehn-gebote) vom Pharao gesagt wird: „So soll man es schreiben, so soll es geschehen.“
Rein tut etwas mehr weh bzw. brennen als raus. Wenn er dann an der richtigen Stelle angekommen ist, spürst du nichts mehr. Das nur nebenbei.
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Hey, Leute, was regt ihr euch auf über dieses Thema! Bei Nierentransplantation geht es eben mal um´s Pinkeln und solche nicht gerade appetitlichen Dinge. Das schreibe ich hauptsächlich für meine mitleidenden „Artgenossen“, die während ihrer Dialyse-Sitzungen davon träumen, auch irgendwann mal dran zu sein. Und die wird es brennend interessieren, wie sowas abläuft und was man dabei erleben (und erleiden) kann - aber nicht unbedingt auch muss. Also seid still, klickt weiter oder schaut euch ´ne Comedy-Sendung an.
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Das Erstaunliche kommt jetzt:
Als der Katheter drin war, fing es plötzlich an zu laufen. Aber wie! In 5 Minuten liefen 400 ml in den Beutel! Ich hab extra auf die Uhr geschaut. Ihr erinnert euch? Im Beitrag „Statistiken“ vom 05.09. habe ich geschrieben, dass eine gesunde, täglich benutzte Blase ca. 500 ml fasst. Dann spürt man dringend Harndrang.
Ich hatte in einer seit ca. drei Jahren nicht mehr benutzten Blase 400 ml, also fast das Maximal-Fsssungsvermögen!
Als ich das dem Pfleger gesagt habe, der mir den Katheter gelegt hat, meinte der: „Da wundern Sie sich, dass Sie Schmerzen haben.“
In den nächsten 5 Minuten kamen dann noch 200 ml hinterher und danach lief es so, wie vorher mit dem anderen Katheter auch. Zeitgleich, wie die Blase in den 5 Minuten leer wurde, wurde auch der Schmerz weniger. Nach diesen 5 Minuten absolut nichts mehr! Weg, weg, als wäre er nie da gewesen. Seitdem bin ich absolut schmerzfrei.
Nun muss ich mit dem neuen Katheter „Blasen-Training“ machen. Den Ablaufschlauch kann man mit einer Klemme verschließen, damit nichts mehr abläuft und sich in der Blase Druck aufbaut. Bis es unangenehm wird, dann öffnet man die Klemme und der Druck verschwindet. Und das immer und immer wieder. So gewöhnt sich die Blase langsam wieder daran, dass Dehnung normal ist und sie dabei nicht weh tun muss dabei.
Jetzt habe ich sie schon fast wieder eine Stunde dicht und spüre noch kein unangenehmes Gefühl.
So, gleich kommt die Schwester und beginnt mit der Morgen-Zeremonie.
Schnell noch abspeichern und Schluss.
So sieht sowas aus, drinnen und draußen.