Ich muss schon wieder

Dienstag, 29.09.2026, 14:45 Uhr


Ja, es geht nicht anders! Zwei meiner treuen Lese-rinnen haben mich heute besorgt angefragt, ob es mir denn gut gehe und noch hoffentlich alles in Ordnung ist mit mir und Daisy.

Meine treuen Leser und -rinnen sind halt etwas verwöhnt. Da bin ich selber schuld. Seit 02.09.2026 jeden Tag Beiträge, manchmal drei am Tag. Vom 02.09. bis 25.09., das sind 18 Tage, waren es 38 Beiträge. Das sind durchschnittlich 2,11111111 Beiträge pro Tag. Mal nur einer, mal drei.
Und nun schon vier Tage gar nichts mehr? Gut, ich an eurer Selle würde mir da auch Sorgen machen. Brauch ich aber nicht, weil ich immer auf dem Laufenden bin.

Deshalb muss ich schon wieder - was klarstellen:

JA, mir geht es gut. Sehr gut sogar. Fast noch besser…
(Einer meiner Söhne hat damals im Schulalter die Frage so beantwortet: „Ja, mir geht es gut, so gut, dass es mir fast schon wieder schlecht geht.“)

Zu Dialysezeiten, also ganz weit damals, wo die Erde fast noch eine Scheibe war und man den Mond nachts mit der Stange weiterschieben musste (heute läuft das ja alles digital…), da habe ich in den allermeisten Fällen einen Beitrag pro Dialyse geschrieben. Alle anderen Tage waren beitragsfrei. Montag, Mittwoch, Freitag, ganz regelmäßig. Einer meiner Leser (ohne -rinne) hat sich damals an meinen Beiträgen orientiert, welcher Wochentag grad ist…


Was hat sich in diesen vier Tagen verändert?
Seit gestern mss ich nicht mehr 3 mal pro Woche zur Kontrolle, sondern nur noch 2 mal. Montag und Donnerstag. Der Ablauf ist geblieben: Gegen 6:00 Uhr kommt das Taxi, ca. 30 Minuen bis zur UKGM, unten an der Hauptanmeldung warten, bis man dran ist, anmelden, den „Pepperle-Bogen“(*) in Empfang nehmen, hoch in die NTX-Ambulanz, warten, bis die anfangen, dann warten, bis man dran ist, meine ausgedruckten Tageswerte der letzten Tage abgeben - Gewicht, Trinkmenge, Ausscheidungsmenge, Blutdrücke und Temperatur, gefragt werden, ob man wieder neue Medis braucht, bisher mit „nein“ beantwortet, dann warten auf Blutabnahme (vier Röhrchen), dann Urin abgeben, was das Allergemeinste des gesamten Tages ist, wenn man so zittert, ich sage euch…!, danach in den Wartebereich vor dem Arztzimmer, warten, bis der Arzt kommt, jetzt endlich der erste feste Bissen in den Magen und die Immunsuppressiva nehmen, warten, bis man dran ist, jetzt ein ausführliches Gespräch mit evtl. neuer Medikations-Einstellung, neues Rezept und wenn nötig, manchmal noch Ultraschall.
Dann bin ich entlassen, kann das Taxi anrufen, dass die mich abholen, warten bis es da ist, ca. 30 Minuten Fahrt bis nach Hause, manchmal noch gegenüber in die Apotheke, die neuen Medis holen, Haustür auf - und zu, drinnen lang ausgestreckt auf´s Bett legen und durchatmen.

Gestern dauerte die gesamte Prozedur von 6:00 Uhr bis 11:30 Uhr.

Dann musst du dir dein Mittag machen, wenn du nichts vorgekocht oder vorgealwint hast und kannst hinterher erst an den Mittagsschlaf denken.

Da hast du bis dahin erst mal keine Lust, irgendwas aufzuschreiben.


Und dann kommt noch der Tremor manis (**) dazu. Ich könnt noch verrückt werden dabei! Schon früh in der Klinik beim Urin abgeben, geht das Desaster los! Dann zuhause beim Brötchen schneiden. Oder beim Mittagessen, wenn absolut nichts auf der Gabel bleibt, was man nicht aufrollen oder ankleben oder aufspießen kann. Wenn nicht die Gabel zum Mund, sondern der Mund zur Gabel, 5 cm über dem Teller, geführt werden muss, um schadlos einen Bissen zu genießen. Die Reihe ist lang, und nervig.

Und alles wegen dem Prograf! 

Doch gestern hat sich mein Arzt erbarmt, als er das Zittern gesehen hat - im Ruhezustand! Ich muss das Prograf nicht erst aufessen. Seit heute Morgen nehme ich ein anderes Präparat mit demselben Wirkstoff, was aber langsamer wirkt und nicht mehr so aggressiv ist.
Dafür war heute vormittag das Zittern nochmal besonders schlimm. Hoffentlich wird es jetzt langsam besser!


(*) Der A4-Bogen, wo so viele kleine Aufkleber mit deinen ganzen Daten drauf sind, die dann auf alle Röhrchen und was du immer abgeben musst, draufgeklebt werden, um halt Herrn Klob von Frau Munzelnik oder Herrn Schlorenzner im Labor oder anderswo unterscheiden zu können.

(**)https://bit.ly/3VVZY1G


Auf der Heimfahrt enteckt.

Dier Flüge der Lufthansa waren ja schon immer hoffnungslos überansfert.
Endlich macht sich jemand dran, die wieder zu entansfern.

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