Großes Danke!

Montag, 07.09.2026, 20:00 Uhr.


Heute gehe ich mal in die Vergangenheit. In mein früheres Leben. Für mich gibt es ja zwei Leben, eins davor und eins danach. Ich gehe in das „Davor“. Acht Jahre war ich da zuhause.


Mir ist es ein dringendes Bedürfnis, „Danke!“ zu sagen, „Großes Danke!“ „Ganz mächtig großes Danke!“

Da sind zuerst mal alle Schwesterinnen und Schwesterer von der PHV-Dialyse in Lich. (*9) Alle. Mädels und Jungs, ihr wart all die acht Jahre für mich da, habt mich umsorgt, anfangs noch gestochen, habt mich mit meinen oft hart am Rande einer Ohrfeige Spazieren gehenden Späßen erduldet (oder still erlitten?), habt meine Fragen beantwortet, so gut ihr konntet und habt eine Engelsgeduld mit mir gehabt. Ich weiß, ich war nicht immer einfach. Ihr habt es tapfer ertragen.

Es tut mir Leid, wenn ich manchmal etwas zu grob gewesen bin. Da war die Frage mit den 100 Euro…
Da waren es die falschen Tassen, wo der Henkel auf der falschen Seite war, so dass ich nicht Trinken konnte.
Da war es die Frage, warum mein Name auf dem Zettel an der Klotür steht. (Erinnerst du dich?) „ …bla bla bla, mit der KLOB ÜRSTE… bla bla bla.“ Du hast mich nur verdattert angeschaut und dann gemeint: „Du bist sooo blöd!“ Das war das schönste Kompliment all die Jahre. Ich muss noch manchmal drüber lachen. (Heute muss ich es mir verkneifen, sonst tut die Wunde weh.)
Da war all das „Ossi-Geplänkel“.
Da war sooo viel.


Dann das ganze Personal, das die Zuarbeiten gemacht hat, Maschinen auf- und abgerüstet, Material beschafft, Müll weggebracht und was das Allerwichtigste war: Das Frühstück ans Bett gebracht! Brötchen und „Was willste trinken?“ Manchmal, und wenn man ganz lieb und halb verhungert geguckt hat, gab´s aus Mitleid auch mal eins (oder zwei) zusätzlich.


Dazu kommen noch einige von der PHV in Gießen dazu. Da war ich auch ab und zu mal zwischendurch. Und bei Corona… brrrr!
Und ein halbes Jahr in der Nachtschicht. Liebe Grüße besonders an die Nachtschwester! Du hattest es auch nicht einfach mit mir. Freitag Abend beim Anschließen: Es kommt kein Blut! Shuntverschluss! Der am besten geeignetste Zeitpunkt für sowas! Deine Reaktion?: „Kannst du dich nicht EINMAL wie ein ganz normaler Patient verhalten?“ Das war so süß!


Ich habe die Zeit mit euch genossen. Ihr habt mir gut getan. Alle. Und wenn ich könnte, würde ich jede Einzelne und jeden Einzelnen von euch ganz toll und ganz lange und ganz fest umarmen. Schade, dass euch die Zeit dafür fehlt.
Na und mir auch, ich hab ja im Leben „Danach“ noch so viel vor.

Fühlt euch von mir gedrückt, wenn euch das nicht zu peinlich ist.


Weiter:

Die nette Schwester vorn an der Rezeption. Bei ihr habe ich die Angst und Unsicherheit vor dem ganzen Neuen verloren. Du hast mich immer so professionell betreut, so cool Blut abgenommen, warst so nett und freundlich. Ich hab dich nie nicht lächeln gesehen!


Und das Ärzte-Team! Alle vier, die ich kennengelernt habe. Sie haben mich immer als Mensch behandelt, nie als Patient. Man hätte glatt vergessen können, warum man dort ist, hätten bei der Visite oder auch oft spontan nebenbei, nicht die Nadeln im Arm gesteckt.
Als ich einem davon, wir wollen Dr. med. Zschätzsch (*10) ja nicht beim Namen nennen, von der Reaktion der Nachtschwester erzählt habe, meinte er trocken: „Tja, wo sie recht hat, hat sie recht:“ Ich habe Ihren Sinn für meinen Humor und Ihre Geduld mit mir so genossen. 


Leute, trotz des unschönen Hintergrundes, den eine Dialyse-Pflicht mit sich bringt, es war schön bei euch. Ich war gerne dort. Hätte ich sowieso nicht ändern können, selbst wenn ich gewollt hätte. Aber ich habe nicht gewollt!


Und was ich hier noch gestehen möchte: Ich hab fast ein klein wenig Heimweh nach euch allen. Und nach den Brötchen. Aber nur ein klein wenig. (Sonst bildet ihr euch womöglich noch zu viel ein.)


Ich wünsche euch für eure Zukunft alles, alles Gute! Bleibt, wie ihr seid! Ihr seid genau richtig und auch genau am richtigen Platz! 


(*9) PHV Lich
(*10) Dr.med. Zschätzsch: ebenda, "Ärztliche Leitung"


Danke!

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