Juni 03 2019

 

Es ist Montag, 

es ist warm, die Klimaanlage funktioniert ganz dezent, man braucht die Decke zum Zudecken nicht wirklich, die intime Verbindung mit Daisy ist schon hergestellt und hält 5 Stunden, ich hab Hunger. Klar doch. Gestern Abend das letzte mal was gegessen und die ganze Nacht kein Auge aufgemacht. Das macht hungrig. Dazu bis gestern Abend 31 Stunden am Stück im Garten. Samstag Abend wollte der Nachbar „kurz auf ein Bier“ vorbei kommen. Der andere Nachbar kam später noch dazu und beide sind dann früh kurz vor sechs Uhr nach Hause. Ein insgesamt gelungenes Wochenende also. Und wer jetzt denkt, wir haben gezecht, der liegt falsch. Zwei Bier, ein Viertel Äbbelwoi, ein Schlückchen Kräuterlikör, 0,4 Cola, in neun Stunden. Für die Nachbarn gilt Datenschutz. Aus gutem Grund. Dass der Kaliumwert heute bei 5,11 liegt, also wieder etwas gestiegen ist, liegt eher an dem halben Liter Milch gestern vorm Zubettgehen. Und allgemein werde ich wohl wieder etwas besser auf die Ernährung achten müssen. Vielleicht hat auch die häufige Aktivität des Grills mit dem, was drauf lag, eine nicht unbedeutende Rolle gespielt.

„Zeigt her eure Füße...“ Wußtet ihr, dass wir hier alle paar Wochen eine „Fußinspektion“ haben? Socken aus und dann wird nachgeschaut, ob noch alle Zehen dran sind. Oder ob es andere Unregelmäßigkeiten gibt. Eingewachsene Nägel, schwarze Zehen und so.

Im Fernseher an der Wand gegenüber läuft wieder die Liebesfilm-Serie. Wenn es im Krankenhaus tatsächlich so zugehen würde, würde ich Reißaus nehmen. Gut, dass ich keinen Ton höre. Ich frag mich bei solchen Sendungen immer, wie man sowas freiwillig gucken kann, ohne dass der eigene IQ darunter leidet. Vielleicht fällt mir das auch nur nicht auf... Ich hör dann nur die Kommentare. „...die blöde Kuh!“ „Ach, die lieben sich...“ „Der betrügt sie doch, so ein Lump!“ „Ach ist der dumm!“ „Ich würde die am Liebsten....!!!!“ „...kommt der Schleimer wieder!“ „Die Männer sind doch allesamt...“ „Ach wie süüüüüß!“ „...jaja! Die blöde Schlampe!“ „...und der ist nur eifersüchtig, weil...“ „Wie behindert die guckt!“ Und dazu jede Menge aaaaahhhh’s und ooooohhhh’s. Die gehen da voll mit. Da ist Kino schöner. Setzen, dunkel, Film ab, Ruhe (meistens wenigstens). Wie gut, dass ich Kopfhörer hab mit Muscheln, groß wie Kaffeetassen. Da kann ich diese TV-Euphorie - und manch andere „tiefgründige“ Konversationen weitgehend ausblenden. Nur das Popkorn fehlt hier... neben den 5 Brötchen, versteht sich.

Aber mal davon abgesehen, ist das hier ein ganz toller Service mit den Fernsehern. Hier im Raum drei Stück für sieben Patienten. Damit man sich nicht langweilt die 4-5 Stunden, hat man die Möglichkeit, sich auf diese bequeme Art nebenbei zu informieren, zu bilden, zu unterhalten. (Es hat ja nicht jeder hier ein iPad und kann damit arbeiten oder Tagebuch schreiben.) Es gibt so viele Sender in der Sender-Liste und gute, ansprechende Sendungen, doch die sind wohl irgendwo „zu weit hinten“ oder so. Gut, dass ich mein iPad hab. Da kann ich gucken, was ich will. Und da gibt‘s keine Fernseh-Liebes-Schnulzen und auch keine ah‘s‚ und oh’s. 

Weil wir grad drüber sprechen... Ich bin dann mal beschäftigt mit Gucken. 

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