Mai 15 2019

Mittwoch. Oder Dienstag? Das Thema hatten wir letzte Woche...

Gestern meinte jemand zu mir, das „Wahnsinn“-Thema vom Montag hat wenig bis nichts mit Dialyse zu tun. 

Ja und nein. Klar braucht man auf der Autobahn nicht über Kreatininwerte und Phosphat nachdenken, der Verkehr fließt (oder staut oder kracht) völlig unabhängig davon. Es sei denn, man denkt so intensiv über solche Dinge nach, dass man völlig vergisst, auf der Straße zu sein. Dann wird es durchaus echt gefährlich. Mein Tipp also an autofahrende Dialyse-Patienten: Konzentriere dich auf den Verkehr und denk zuhause auf dem Sofa über das Andere nach. Ist gesünder.

Noch ein Ja: Vor der Dialyse-Zeit, in meinem früheren Leben als „Noch-nicht-Dialysiker“, war ich der irrigen Meinung, dass ich dann nicht mehr Auto fahren darf. Schwerbehindert, mit Drogen vollgepumpt, ständig an der Nadel hängen wie ein Junkie und so, bedeutet, Führerschein abgeben. Mein Arzt hat mich aufgeklärt. Heute fahre ich selbst noch. Nicht die Welt wie früher als Trucker, aber immerhin ab und zu in den Garten oder Einkaufen. Und dann hab ich ja immer noch meine Trucker-Abschieds-Reise im Blick, die mich mindestens bis Österreich führen soll. Und manchmal bin ich sogar auf der Autobahn - und hab ein mulmiges Gefühl bei Stau...

Noch ein Ja: Taxi. Eine feste Größe im Dialyse-Alltag. Nicht mehr wegzudenken. Doch alles hat zwei Seiten. (Manche behaupten, alles hat drei Seiten: meine, deine und die richtige.) Es ist bequem, du wirst geholt und gebracht, musst dich nicht kümmern, Kasse zahlt, Luxusfeeling. Es gehört zur Dialyse wie die Nadeln und Daisy. Aber als Ex-Trucker ist es auf der anderen Seite nicht so einfach, auf den Beifahrersitz verbannt zu sein. Du fährst ständig mit, bremst, lenkst, achtest auf den Verkehr,  würdest anders schalten, eher bremsen und vor allem gefühlvoller und möchtest mehr Sicherheitsabstand halten. Das geht mir übrigens immer so, auch wenn ich bei meiner Frau oder jemand anderes mitfahre. Bei manchen mehr, bei manchen weniger. Klar könnte ich zu Daisy auch selber mit meinem Auto fahren und würde das auch von der Kasse bezahlt bekommen. Aber... man muss Nutzen und Aufwand erwägen. Wie gesagt, alles hat drei Seiten.

Noch eine Sache, die ganz direkt mit Dialyse zu tun hat: Ein Mitpatient hatte Geburtstag (auch Dialysepatienten werden älter) und es gab lecker Kuchen für jeden. Zusätzlich zu den vier Brötchen wie immer. Doch nicht genug. Auf meine Anfrage habe ich vom Versorgungs-Pfleger tatsächlich noch ein halbes Brötchen bekommen. Ein Stück Kuchen, fünf halbe Brötchen, ein Kaffee, ein Wasser. Das sollte für den Vormittag reichen heute. Ich bin mal echt satt, ey.

 

Wer lange isst, lebt lange. Und wer lange lebt, wird alt.

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