Wahnsinn

(116 x gelesen) im
Mai 13 2019

Montag. Sonnenschein. Taxi. Los geht’s.

Klinik. Nadeln. Liaison mit Daisy. Brötchen. Kaffee. 

Unfallursache Nummer eins auf deutschen Straßen? Zu hohe, nicht angepasste Geschwindigkeit und zu geringer Sicherheitsabstand. Dazu kommen dann noch die gestressten und unter massivem Zeitdruck stehenden LKW-Fahrer, die Stau-Enden zu spät oder gar nicht erkennen.

Das Ergebnis? 2016 bei 2,6 Millionen Unfällen 67.426 Schwerverletzte und 3.206 Tote. Über 70.000 Einzelschicksale, wo man gar nicht ermessen kann, welches unsagbare Leid sie mit sich ziehen. Lebenslang. Und das meist nur, weil man selbst oder tragischerweise irgendwelche anderen ein paar Minuten „rausholen“ wollten. Wegen 5 Minuten oder weniger ein Leben lang ausgebremst - oder tot. 

Warum schreib ich das heute? Ich sitze oft im Taxi und denke: Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug ist vorbildlich. Nur die beiden PKW dazwischen stören etwas.

Und ich hab mir gestern den Bericht des ZDF von der Massenkarambolage 1990 auf der A9 in der Münchberger Senke angeschaut. Nebel, Sichtweite unter 50 Meter, zu schnell, zu wenig Abstand, 121 Fahrzeuge, 122 Verletzte, 38 schwer, 10 Tote. Wahnsinn pur. Hätte vermieden werden können, wenn viele davon begriffen hätten, dass man bei Nebel eben etwas langsamer fahren muss, damit man die Bremslichter des Vordermannes nicht erst bei zwanzig Meter Abstand sieht, wo jede Reaktion zu spät kommt.

Was lernt man daraus? Scheinbar nichts. Der Wahnsinn geht weiter. Schneller, höher, weiter - ein Leben lang tot. Schau auf YouTube. Hunderte Berichte davon. Immer dasselbe.

Überhöhte Geschwindigkeit von mehr als 10%? Zu wenig Abstand? Riskantes Fahren? Beim ersten Mal hohe Geldstrafe, vierstellig im oberen Bereich. Bei Wiederholung Führerschein weg. Lebenslang, ohne Möglichkeit, ihn noch mal zu machen. Solche Leute brauchen wir nicht auf unseren Straßen. Fahren unter Alk? Mit Unfall? Mit Verletzten oder gar Toten? Sofort Lappen weg für immer und mindestens 10 Jahre Knast. Solche Leute gehören weggesperrt. Und Firmenchefs oder deren Mitarbeiter, die ihre Trucker antreiben und dafür sorgen, dass sie Fahr-und Ruhezeiten nicht einhalten sollen, gehören ebenfalls aus dem Verkehr gezogen. Sollen sie Sand sieben gehen oder mit Bauklötzen spielen. Unter Aufsicht von Personal mit weißen Kitteln.

Sorry, aber mich als alten Ex-Trucker nervt dieses Thema ungemein. Hab damals selber genug gesehen davon.

Klar gibt es tragische Unfälle, die einfach passieren. Technisches Versagen, menschliches Versagen oder andere Dinge, wo man „nichts dafür kann“. Damit hätten wir schon mehr als genug. Aber diese vorsätzlichen Wahnsinnsrasereien...

 

Es ist immer noch Montag. Sonnenschein. Klinik, Nadeln.

Brötchen und Kaffe sind alle. Die Welt wird sich so weiterdrehen. Schade eigentlich.

 

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