Mai 08 2019

Mittwoch. 

Eigentlich ist heute erst Dienstag. Für die, bei denen die Woche am Sonntag beginnt, ist heute allerdings Mittwoch. Bei den meisten beginnt die Woche aber am Montag. Dann wäre Donnerstag Mittwoch. Und man müsste dem Mittwoch einen anderen Namen geben, oder einfach mit dem Donnerstag tauschen.

Montag

Dienstag

Donnerstag

Mittwoch

Freitag

Samstag

Sonntag

Dann wäre Mittwoch tatsächlich in der Mitte der Woche.

Genauso wie das Wochenende. Der Abend kommt bekanntlich immer nach dem Tag. Also müsste der Sonnabend nach dem Sonntag kommen. Dann sähe die Woche wie folgt aus:

Montag

Dienstag

Donnerstag (der heißt auch bei schönem Wetter so)

Mittwoch

Freitag

Sonntag

Sonnabend

Ich bezweifle allerdings, dass das so einfach im Europaparlament durchsetzbar ist. Die haben mit der Sommerzeit schon genug zu tun.

Naja, was soll’s.

 

Ich hatte am Anfang meiner Dia-Zeit, „damals“ am 5. November, über Synonyme nachgedacht. Dabei kam ich bei „Klinik“ ins Schleudern. Heute muss ich sagen, Klinik klingt ziemlich gut, das könnten wir durchaus lassen. Klinik ist etwas Vornehmes, Modernes, Sauberes. Ich empfinde Klinik als wohltuend, heilsam, fast wie Sanatorium oder Kurhaus.

Dabei hat „Krankenhaus“ einen bitteren Beigeschmack und macht Bäh. Das hieß krank, Wehweh, besorgte Eltern, kalte, weiße Stahlrohrbetten, unbequeme Stühle, große Säle mit tausend Betten, altmodische Krankenfahrzeuge, ernst dreinschauende Ärzte mit Nickelbrille, als Besucher durfte man sich nirgends hinsetzten, nichts anfassen, musste leise sein und all so Sachen. In meinem vergangenen Leben war das zumindest immer so. Wann waren wir schon mal ernsthaft krank? Wir sind kaum zum Hausarzt gegangen, geschweige denn ins Krankenhaus. Als Christen haben wir in solchen Situationen gebetet. Fertig. Mal hatte ich eine empfindlichen Stirn- (oder Kiefer- oder deren Neben-) Höhlenentzündung mit rasenden Kopfschmerzen. Da oben gibt es ja mehrere solcher Hohlräume. Also bin ich zum HNO. Der hat erst geröntgt. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass ganz oben, wo das Gehirn ist, KEIN Hohlraum ist. Dann eine erste Spülung. So mit Stuhl an die Wand, Kopf an die Wand und dann mit einer furchtbar großen Spritze durch die Nase und den Knochen in die Höhle (mit der Bemerkung „Sie haben aber einen harten Schädel!“) und ausgespült ( mit der nächsten Bemerkung „Da ist ja alles total verstopft!“). Am nächsten Tag sollte ich dringend ins „Krankenaus“ zur OP. Abgelehnt! Jahre vorher hatte mein Vater das gleiche Problem. Mit OP. Das wollte ich mir nicht antun. Also nach Hause und gebetet. Die rasenden Kopfschmerzen sind schlagartig verschwunden. Und bis heute weggeblieben. (In einschlägigen Sendungen steht dann an solchen Stellen unten die Bemerkung: „Bitte probieren Sie das nicht zuhause aus!“)

Natürlich gab es auch Situationen, wo wir selbstverständlich das Krankenhaus in Anspruch genommen haben. Man ist ja kein blinder Fanatiker. Zum Beispiel, als unsere Tochter mit etwa 4 unbeobachtet hinten am offenen Wohnzimmer-Fenster spielte, 1,5 Meter auf den Stein-Fußweg fiel und dann vorn bei der Wohnungstür heulend und mit Nasenbluten wieder rein kam. Notarzt, Krankenhaus, Schädelbasisbruch, Bettruhe. Mit dem Bett das hat funktioniert. Nur mit der Ruhe nicht. Nur, wenn sie geschlafen hat. Die restliche Zeit war das Bett ihre eigene Welt. In ihrer quirligen Art hat sie sowohl die Mitpatienten, die Schwestern als auch die Ärzte aufgemischt. Gesund ist sie trotzdem geworden. Heute, nach fast 40 Jahren, ist sie in Peru glücklich mit einem Quechua-Indianer verheiratet und hat selbst zwei Kinder. Nur von der Quirligkeit ist einiges zurückgeblieben.

 

Also bin ich heute wieder in der „Klinik“, fühle mich wohl neben „Daisy“ und lass mich gesund spülen. Und schreib nebenbei Tagebuch. 

 

Heute, am Mittwoch. Oder Dienstag?

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