Apr 29 2019

Montag. Schönes, entspanntes Wochenende gehabt? So wie ich ab Sonntag morgen? Da hat bei mir die Zahnfleischentzündung nachgelassen. Der Rest war easy. Regen, kein Garten.

Und heute beim Nadeln legen - ihr wisst schon, diese beiden streichholzdicken Dinger, die da unter die Haut bis in die Vene gestochen werden - hat eine (relativ) neue Schwester bei mir den Erstversuch gestartet. Da ich noch ein „Problemfall“ bin, weil an der oberen Stelle immer noch kaum etwas zu tasten ist, hat sie mehr geschwitzt als ich, das heißt, ich hab ihr das Schwitzen komplett überlassen. Manchmal trauen die sich weniger zu, als sie können. Klar, immer noch besser als umgekehrt: „Das schaff ich schon - oh, ups, durchgestochen.“ (unter uns: ist bei mir auch schon passiert, aber ich möchte die Nadeshda* von damals nicht beim Namen nennen) Mein Vertrauen in die „Neue“ und in ihr Können drückte sich danach mit einem Blutdruck von 129/75 aus. Sie hatte die Angst, ich hatte das Vertrauen. Gute Aufteilung. Nadeln sitzen (obwohl sie gelegt wurden), Blut fließt, Daisy wäscht, Patient überlebt. Geht’s besser? Nein. 

Zweites Leckerli heute: von den Brötchenhälften waren heute noch übrig. Eins davon habe ich bekommen. Also fünf heute. Doch ich hab festgestellt, dass nicht nur ich den Drang verspüre, mehr essen zu wollen. Die anderen Brötchen waren auch ruckzuck weg. Es ist wohl eine unumstößliche Tatsache, dass wir Dialysepatienten meist mehr als nur einen Hunger haben.

Meine Laborwerte heute? Kalium 4,9 - ist wieder Richtung Wunschwert von 4,6 gesunken, HB 11,9 - wie vor zwei Wochen auch. Heute wurde, wie alle drei Monate, Blut genommen. Mittwoch werde ich die Ergebnisse bekommen: Harnstoff, Harnsäure, Phosphat, Kreatinin und noch 100 andere Werte. Dann zeigt sich, ob mein Lebensstil der Dialyse angemessen ist. Obwohl man relativ locker mit der Ernährung umgehen kann, bei nichts übertreiben sollte, muss man sich schon an gewisse Regeln halten.

Jetzt ist das fünfte Brötchen auch schon weg! Wollte ich mir doch für kurz vor Mittag aufheben, wenn in den Fernsehern da ausgerechnet immer Kochsendungen kommen und dazu der Duft des Mittagessens für die Nachmittags-Patienten vom Nachbarraum hereinströmt. Eine denkbar ungünstige Konstellation für ausgehungerte Dialyse-Opfer. Dann ein Brötchen zu haben... 

 

Zu spät.

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