Männer wollen doch immer nur das Eine: Am Strand spazieren gehen und mit der Frau über seine Gefühle sprechen. Oder? Nee! Was denn dann? Unschuldig guck...

Frauen wollen auch immer nur das Eine. Ein anderes Eine, hab ich mir sagen lassen.

Wie ist es mit Dialysepatienten? Die wollen auch. Die wollen vieles, nicht nur das Eine. Nur eins davon möchte ich herauspicken: nach der Dialyse möglichst schnell etwas essen. Durch die Belastung, die der Körper verkraften muss - immerhin wird innerhalb von vier Stunden das im Körper gemacht, was ein Gesunder in 48 bzw. 72 Stunden durchlebt - hat man nach der Dialyse einfach nur Hunger. Ist medizinisch ganz einfach zu erklären. Eine gesunde Niere schafft nur das weg, was nicht in den Körper gehört. Daisy bringt das nicht so. Da rutscht auch mal was anderes mit durch den Filter. Was der Körper noch brauchen würde. Nun ist das aber im Körper so geregelt, dass das Gehirn genau weiß, was der Körper braucht und was er davon bekommt. Fehlt was davon, beschwert sich das Gehirn und gibt Alarm. Das Gehirn sagt aber nicht, WAS fehlt, sondern nur, DASS fehlt. Dieses Alarmsignal empfindet der Körper als Hunger. Darum ist es ja auch bei vielem Fastfood so, dass man zwar isst, aber nie wirklich satt wird. Es fehlt noch zu viel von dem, was der Körper dringend brauchen würde. Der Bauch sagt „voll“, das Gehirn „noch nicht voll“. Übrigens ein Grund von vielen für Übergewicht, weil man unbewusst eher auf das Gehirn statt den Bauch (und die gesunde Vernunft) hört.

Zurück zur Dialyse. Daisy nimmt also auch zum Teil weg, was bleiben sollte. Trotz Kaffee, Wasser, Brötchen schlägt das Gehirn nun Alarm. Vielleicht wäre das noch etwas anders, wenn neben den Brötchen noch frischer(!) Salat, Obst und Rohkost liegen würde, dann könnte man den Verlust etwas besser ausgleichen. Aber es ist nun mal so, wie es ist. Deshalb haben wir Dialysepatienten zum Ende hin Hunger (Alarmsignal im Gehirn). Und deshalb wollen Dialysepatienten dann auch immer nur das Eine: Essen!

Die ideale Praxis sähe dann so aus: Dialyse-Ende, Taxi, Zuhause, Hinsetzen, Essen, Mittagsruhe. Das Hinsetzen ist ähnlich wichtig wie das Essen. Die Belastung der Dia wirkt sich mehr oder weniger aus wie der Zieleinlauf beim 1000m-Lauf. Kein Sportler hat da das Bedürfnis, noch ne Runde Spazieren zu gehen. Von Dialysepatienten auch keiner.

Es sei denn, man kocht leidenschaftlich gerne. Dann sieht der Ablauf etwas anders aus: Dialyse-Ende, Taxi, Zuhause - ausziehen, Kartoffeln schälen, ansetzen, Gemüse putzen, ansetzen, Schnitzel panieren (zum Beispiel), braten, Kartoffeln abgießen, Gemüse abschmecken, Tisch decken - hinsetzen (eeeeeendlich!), essen, abräumen, Mittagsruhe. Bis jetzt ging das so. Doch je länger desto mehr merke ich, dass mir das zu viel wird. Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Heimkommen und schnell irgendwas essen. Doof. Oder ich bestell das Taxi später und verkrümel mich hier ins Bistro zum Mittagessen. Da kann ich sitzen und essen. Klingt besser. Muss ich drüber nachdenken. Meine leidenschaftliche Kochwut kann ich dann ja in den freien Tagen dazwischen ausleben.

 

Themawechsel.

Kommen wir nochmal zum Trockengewicht. Ich hatte heut morgen 90,5kg auf der Waage. Ein Kilo mehr als Freitag. Mein Trockengewicht liegt sogar niedriger, bei ca. 88,8/88,5kg. Das liegt mit Sicherheit nicht an Rindswurst, Rostbratwurst und Pommes gestern. Das liegt am „Wasser im System“. Fakt ist, dass ich zu wenig Ausscheidung habe. Gemessen 2,4 Zugang, 1,85 Abgang. War zu viel Differenz. Und Wochenende. Ich werde meine tägliche Trinkmenge langsam aber sicher anpassen müssen. Möglich und von der Ärztin empfohlen ist eine Erhöhung der Medikation bei den Wassertabletten. Dort liege ich mit 5mg pro Einnahme noch im „homöopathischen“ Bereich. 

Damit zeigt sich auch, dass Niereninsuffizienz wohl nicht heilbar, sondern unaufhaltsam vorschreitend und bestenfalls verzögerbar ist. Next step: auf Trinkmenge achten!

Kann ich damit leben? Kann ich. Muss ich ja.

Noch ein letzter Gedanke. In der Vergangenheit hab ich die Leute belächelt, die beispielsweise bei Facebook alles von sich preisgeben. Bis hin zum Extrem der Werte auf der Toilette. Nun mach ich das selber so. Wie sich die Zeiten ändern können...

 

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