Jan 28 2019

Montag

 

Man meint manchmal, man ist hier bei der AfD. 

So geht es hier täglich zu. Im gesamten Raum und bei allen Patienten. Das ist ziemlich angenehm und durchaus wünschenswert. Selbst den heute anwesenden Arzt kann man guten Gewissens dazu zählen. Die sind hier alle so. Diese Einstellung finde ich absolut lobenswert.

Bevor aber nun meine Leser dieses Tagebuch-Abo abbestellen und sich wegen zweifelhafter politischer Sympatie enttäuscht ausklinken, hier schnell noch die Auflösung:

AfD bedeutet ganz klar „Ausnahmslos freundliches Dialysepersonal“.

 

Übrigens meine Leser. Mittlerweile kenne ich ja einige schon persönlich. Johannes*, Petra*, Georg*, Sabine*, Julia*, Klaus*,  und noch andere, deren Namen nicht genannt werden wollen. Vielen Dank, dass ihr schon so lange durchgehalten habt, um meine Gedanken-Ergüsse zu ertragen.

Ich habe vor, einmal mitzufilmen, wie mir die Nadeln gesetzt und angeschlossen werden. Vielleicht ist das ja für manchen interessant. Wer allerdings kein rotes Blut sehen kann, sollte davon Abstand nehmen, sich dieses Video dann im Netz anzuschauen. Ich werde es auch nicht öffentlich in dem bekannten Video-Verbreitungskanal von DeineTube* veröffentlichen, sondern über einen Link auf meiner eigenen Webseite. Aber erst mal schauen, ob die AfD-Leute damit einverstanden sind.

(* Aus datenschutzrechtlichen Gründen sind sämtliche Namen geändert. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Namen sind rein zufällig und völlig unbeabsichtigt. die Red.)

 

„Schwester, haben Sie dem Patienten schon Blut abgenommen?“ „Ja, Herr Doktor, sieben Liter, mehr war nicht drin.“ Mir hat man heute auch wieder Blut abgenommen. Gut, da schreibe ich erst am Freitag, dass ich nun zum „alten Hasen“ befördert wurde und nun das. Aber alle Patienten bekommen von der oben erwähnten AfD alle drei Monate Blut entnommen - keine sieben Liter, sondern nur drei Röhrchen - für ein großes Blutbild. Dabei ist das am Ende gar kein Bild, sondern nur lauter Text in Tabellen. Das Bild fehlt. Und ein kleines Röhrchen extra für die wöchentliche Probe als alter Hase. Ergebnis heute: Kalium 4,4. Ich bin zufrieden. Das Kochen von (geschälten) Kartoffeln mit viel Wasser zum Beispiel lohnt sich also allemal. Und davon habe ich in letzter Zeit ziemlich viel gegessen.

 

Das Frühstück ist heute akzeptabel. Relativ. Oder man gewöhnt sich einfach an alles... Noch ein Gedanke zur Ernährung allgemein: Dieses Buch „Ernährungsatlas für Dialysepatienten“ habe ich am Wochenende durchgeschmökert. Spitze! So ausführlich habe ich bisher noch keine Lebensmitteltabelle gefunden. Und ich habe entdeckt, dass es mit der Ernährung gar nicht so kompliziert ist, wenn man sich an ein paar einfache Grundregeln hält und man kann auch viel mehr verschiedene Dinge essen, als man allgemein annimmt. Meine Empfehlung für Betroffene: Kaufen, lesen, lernen, genießen. Allerdings gibt es das am Freitag erwähnte Exemplar nicht mehr in dieser Ausführung. Ich habe es lange vergeblich bei dem überregionalen Online-Händler AmaAbschnitt* (* siehe oben, die Red.) gesucht. Endlich unter dem Namen „nephron“, wohl der Verlagsname, kommt der Titel zum Vorschein, allerdings ist die Aufmachung des Buches eine andere. Und: es gibt keine neuen mehr, sondern nur einige gebrauchte. Drum hab ich auch sofort zugeschlagen. Wird wohl Ende der Woche geliefert.

Schaun wa mal.

 

Noch ein Nachtrag: Die Bemerkung des Arztes bei der Visite, dass er mit meinen Werten sehr zufrieden ist, macht mich etwas stolz und beruhigt mich auch. Daumen hoch!

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