Juli 31 2020

Freitag

 

19:00 Uhr Abfahrt zum Garten. 20:00 Uhr wieder zuhause. Bei jeweils einer Stunde Fahrt. Demzufolge war ich dann 23 Stunden im Garten. Und was soll ich sagen? Ich bin mal wieder überhaupt nicht fertig geworden. Besonders mit dem Chillen. Wann werde ich meinen Hauptwohnsitz dorthin verlegen...?

Eine Stunde Fahrt? Zu lange, um in den Garten zu kommen? Mit Auto waren es 20 Minuten. Zu weit weg? „Wattn dat füan Unsinn? In Berlin broochste, um raus in’n Schreberjarten zu komm, ooch mindestens eene Stunde. Da iss et ejal, ob du mit der Bahn oder mitm eichnen Auto fährst. Det dauert halt. Nur, weil ihr irjendwo inner Provinz lebt, muss det nich schnella jehn, wie bei unsereener. Jewöhn dir also dran.“

Recht hat er. Eine Stunde unterwegs. Eine Stunde nichts tun müssen, als einmal umsteigen vom Bus zur Bahn. 3 Minuten bis zur Bushaltestelle und 4 Minuten bis zum Garten. Wenn man langsam läuft. Hab ich es eilig? Läuft mir irgendwas weg? Schimmeln derweil die Himbeeren am Strauch? Oder pflückt die jemand unerlaubt? Besetzt irgendwer den Garten, weil ich zu spät komm? Kann ich alles mit „Nein“ beantworten. Sogar das Unkraut wächst in meiner Abwesenheit lustig weiter. Aber ich kann gelassen sein, muss nicht auf den Verkehr achten, keine Ampeln und Vorfahrtsregeln bedenken, ständig die Straße beobachten und mit durchgeknallten  Anderen rechnen. Nicht mal tanken muss ich. Das Einzige, was mir unterwegs begegnet: „Fahrkartenkontrolle!“ Kein Thema, wenn man ein Jahresticket für ganz Hessen hat.

Zeit. Ein Begriff, den ich seit Beginn der Dialyse sehr wertschätze. Leider gelingt es mir noch nicht immer, das auch auszuleben in manchen Situationen. Da kommt dann noch der alte Hermann durch: schnell, sofort, gleich. 54 Jahre Arbeitnehmer bzw. Selbständig kriegt man nicht von heute auf morgen raus. Das ist wie mit dem Diesel im Blut. Das hab ich auch noch drin. Grrrr!

Es gibt aber nichts kostbareres und nichts schöneres. Zeit haben, ohne Stress und Druck leben können. Dabei hilft die Rente ungemein. Auch wenn am Ende des Geldes noch einige Tage übrig sind. Nebenbei noch - wann ich immer möchte und es mir in den Kram passt - etwas mit Webseiten dazuverdienen. Dann reicht’s.

Und für heute reicht’s auch mit dem Tagebuch. Also: Ende im Gelände, sonst schreib ich noch Bände.

 

Sonst wird’s stressig...

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