Montag

 

Ein wunderbarer Sound: Du liegst nachts im Wohnwagen im Garten und wirst wach, weil du hörst, wie Regentropfen aufs Dach trommeln. Gestern Abend hast du noch überlegt, ob du nicht lieber gießen solltest, weil alles ziemlich trocken ist bei dem Wetter. Sogar die Wiese wird wieder braun. Und dann die Regenmusik. Zwei Stunden Regen, mal mehr, mal weniger. Alles wunderbar nass geworden, sogar die Wiese kann sich wieder etwas erholen. Da hat dann auch das bisschen Regen beim Feuer machen nicht gestört für Tee- und Kaffeewasser kochen. Wie auf Bestellung hörte der Regen dann auf und bei Sonnenschein konnte ich draußen sitzen, das Frühstück und den restlichen Vormittag genießen und das tun, was ich am meisten dort liebe: ins Feuer gucken und ohne Stress und Zeitdruck entspannen - und Stille. Nur die Natur spielte ihre leise Melodie. Wochenend-Erholung gelungen.

 

Zurück ins Leben: Die Nadeln machten heute keine Probleme. Selbst wenn es für die Schwester ungewöhnlich war und von mir einige Überzeugungsarbeit brauchte, nicht dort zu stechen, wo der Grind sitzt, sondern „knapp daneben“. Und was soll ich sagen?: Ansetzen, leicht drehen und zack, rein. Der Grind war noch von letzter Woche vom Danebenstechen. Es gibt also wie beim Kochen nicht nur „falschen Hasen“, sondern bei Dialyse auch „falsche Löcher“.

Wochenende. Gutes Essen. Gestern Abend noch’n großen Eisbecher. (Was soll man tun, wenn die Eisdiele gleich gegenüber ist und man eingeladen wird?) Ergebnis: Kalium 5,52. Geht aber noch. Das hab ich bald wieder im Griff und bei meiner persönlichen Bestmarke von 4,6. Nun sollte ich nur noch was gegen den erhöhten Blutdruck machen, dann wäre die Dialysewelt wieder in Ordnung. Die Schwester meinte auch, er wäre zu hoch.

Visite. Dem Arzt gefällt mein Blutdruck auch nicht. Also sind wir schon drei. Er will sich drum kümmern. Die Nieren fehlen eben vorn und hinten. Früher haben die das alles geregelt - und noch viel mehr. Heute braucht man für alles Tabletten, muss beim Essen und Trinken aufpassen und sich auch sonst in Vielem einschränken und anpassen.

Jetzt Frühstück. Mit zusätzlichem Brötchen. Musik im Ohr. Neben Daisy chillen. Von meiner Freundin träumen.

Und Blut gewaschen bekommen als momentan einzige Überlebensstrategie.

 

Kommentar 0
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
Kein Problem. Geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein, mit der Sie sich registriert haben.
*