Angst und Liebe

(23 x gelesen) im
Juli 24 2020

Freitag

 

Blutdruck 160/79, UF-Ziel 600 +200, Blutfluss 400. Sieht gut aus. Besonders der Blutdruck gefällt mir wieder mal. Die letzten Wochen war er immer ziemlich hoch. Vielleicht liegt das heute daran, dass ich mich gestern im Garten wieder mal ausgetobt habe. Bei strahlendem Sonnenschein und hoher UV-Strahlung und Temperaturen von bis zu 30° im Schatten. Da werden die alten Knochen eben richtig durchgewalkt und der Kreislauf läuft so schnell im Kreis, dass er sich manchmal selbst von hinten sieht. Außerdem flutschten heute beide Nadeln rein wie in weiche Butter. Kommt’s drauf an, wer‘s macht, oder liegt es an der Creme, die die ganze Nacht drauf war? Wer weiß.

 

„info niere“ - Informationsblatt der Selbsthilfe Niere Mittelhessen e.V., Ausgabe Nr 96, März 2020 - Ein interessanter, erklärender Beitrag „Eiweiß - Gradmesser für die Arbeit der Niere“. Und hier noch jede Menge Infos online unter „https://www.selbsthilfe-niere-mittelhessen.de/“. Ich sag’s immer wieder: Je mehr man sich informiert, desto mehr weiß man. Und je mehr man weiß, desto sicherer wird man. Und je sicherer man ist, desto weniger Angst hat man. Und je weniger Angst man hat, desto gelassener kann man die Sachen angehen. Und je gelassener man an eine Sache rangeht, desto einfacher und leichter wird es. Das trifft auch bei der Dialyse zu. Das ist nun keine Erfahrung meiner 66 Jahre und auch keine der letzten 20, sondern nur der letzten zwei, aber ich stelle immer wieder fest, dass bei den Dialysepatienten, auch bei den langjährigen „alten Hasen und Häsinnen“, oft so viel Unwissen und Unsicherheit herrscht - und entsprechend viel Angst. Erfreulich ist, dass es Foren oder Gruppen für Dialysepatienten gibt, auch in einschlägigen, bekannten Sozial-Media-Kanälen, wo viel gefragt und geantwortet wird. Wer nicht fragt, stirbt dumm. Übersetzt für uns Dialytiker heißt das: Wer nicht fragt, hat viel zu viel unnötige Angst vor der „bösen Maschine“. Umgekehrt heißt das wiederum: Wer viel fragt, kann sich die Maschine zur Freundin machen - und ihr sogar einen Namen geben...

Das kann so weit gehen, wie am Mittwoch erlebt. Ich erwähnte, dass ich auch gerne wieder 6 Stunden Dia machen würde und bereit wäre, dafür auch das Zimmer zu wechseln, weil mein Bett hier nach mir wieder gebraucht wird. „Das geht nicht, da könntest du ja deine Daisy nicht mitnehmen.“ war die Erklärung der Schwestern. Hermann und Daisy sind hier ein untrennbares Paar. Freundschaft plus.

 

Oder Liebe?

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