Mittwoch

 

Die Nadeln. Immer wieder die Nadeln. Oder ich? Die untere hat ja wieder funktioniert. Ansetzen, drehen, etwas drücken, rein. Aber die obere wollte wieder nicht, wie sie sollte. Trotz zielsicherem Ansetzen, diesmal mit mehr Licht, keine Chance. Ist schon interessant, wenn die Nadel komplett bis Anschlag drin ist und kein Blut kommt. Muss man erlebt haben. Sie wurde disqualifiziert und durch eine spitze ersetzt. Ansetzen, drehen, etwas drücken, rein. Tja, die Knopflöcher... sind auch nicht mehr das, was sie früher mal waren... Aber ich muss zugeben, mein Montagswunsch ging komplett in Erfüllung: genau ins Knopfloch treffen bei mehr Licht. Muss nur noch Blut fließen. „Ich will Blut sehen!“ Dort, wo‘s hin soll. Aber das ist typisch für Wünsche: sie sollten ganz konkret sein. Das Blut-Fließen hatte ich "vergessen".

 

Das Leben selbst. Eins der kompliziertesten Dinge im Leben. Es ist nicht immer leicht, sich da zurechtzufinden. Heute so, morgen so. Und übermorgen wieder ganz anders. Man weiß oft gar nicht, wo einem der Kopf steht. Und wenn man Veränderungen möchte, lassen die sich ne gehörige Portion Zeit.

In der Bibel, in Prediger, Kapitel 3 ist das gut beschrieben. (Lohnt sich, das mal komplett zu lesen. Tut nicht weh und schadet auch nicht.) „Ein jegliches hat seine Zeit...: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit, ... weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit, ... denn alles Vorhaben und alles Tun hat seine Zeit...“ Salomo war in der Tat ein sehr kluger Mann.

Das Leben besteht aus Gegensätzen. Warum zum Beispiel ist meine Frau so total anders als ich? Tag und Nacht, Hitze und Kälte, Berge und Täler, Dürre und Überschwemmungen, Sommer und Winter. Und vieles zur gleichen Zeit. Hier ist Sommer, es ist warm. Bei meiner Tochter in Peru ist Winter und es ist kalt. Heute, am selben Tag, in derselben Stunde. Tod und Leben, Freude und Leid, Hoffnung und Enttäuschung gehen oft Hand in Hand, ganz eng beieinander, als wären sie dickste Freunde. Und wir Menschen müssen uns darin zurechtfinden. Das ist nicht immer so einfach. Aber möglich. Es ist nichts nicht möglich. Es ist nie nicht möglich. Der Verstand im Kopf rechnet mit Zahlen, Tatsachen, Logik, Erfahrungen, mit dem, was sichtbar und scheinbare Realität ist. Um es im Bild auszudrücken: Er sieht die kleine Kontrollleuchte am PC grün leuchten, aber nicht die Energie, die es zum Leuchten bringt. Nur eine klitzekleine Energie ist dafür nötig. Es ist aber die gleiche Energie, die riesengroße Motoren in Hafenkränen antreibt, um -zig tonnenschwere Container zu verladen.

Diese „Energie des Lebens“ nun kann man nur mit dem Herzen sehen - und steuern und somit richtig nutzen. Dann bleiben immer noch Hoffnung und Enttäuschung eng beieinander, aber man kann damit besser umgehen, kann sich auf die Hoffnung konzentrieren und sie stärken und so die Enttäuschungen immer weiter zurückdrängen. Die wichtigste Frage, die es zur Lösung gibt, lautet: „Was willst du WIRKLICH?“ Die meisten Menschen wissen ganz genau, was sie NICHT wollen und können das auch ganz präzise formulieren. Fragt man sie aber danach, was sie wollen, erntet man hilfloses Achselzucken und peinliches Schweigen. (Auch so eine traurige Lebenserfahrung, die ich, besonders in den letzten zwei Jahrzehnten, machen musste, bei unzähligen Menschen - und leider auch bei mir.)

„Was willst du WIRKLICH?“ Das beantwortet sich nicht einfach so nebenbei. Das braucht Zeit - und den Mut zur Wahrheit. Wir trauen uns häufig nicht, das WIRKLICH zu wollen, weil wir Angst haben. „Was ist, wenn ...es dann doch nichts wird und ich enttäuscht werde? ...ich mich geirrt habe und es dann ausbaden muss? ... es sich anders anfühlt, als erwartet? ...der andere Weg doch besser gewesen wäre?“

Wir trauen uns auch häufig nicht, das WIRKLICH zu wollen, weil wir Angst haben vor dem Neuen, dem Unbekannten und dem „total abgefahrenen, verrückten, außergewöhnlichen, unüblich Ungewohnten“, mit dem wir ja dann leben und zurechtkommen müssten.

 

Ein Gruß an alle, die sich mit dieser grundlegend lebensverändernden Frage schwer tun:

Mach es einfach. Trau dich, in dich zu hören und erwarte, dass dein Herz dir tatsächlich antwortet. Und hab den Mut, die Schritte zu gehen, die dein Herz dir sagt. Und wunder dich dabei nicht, dass dein Verstand im Dauerfeuer ständig dagegenhält. Du allein entscheidest, auf wen du hören willst.
 

Du hast eine wunderbare Zukunft vor dir.

 

Kommentar 0
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
Kein Problem. Geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein, mit der Sie sich registriert haben.
*