Tja...

(63 x gelesen) im
Juli 13 2020

Montag

 

Wenn man über sein Leben nachdenkt, meint man öfters, man ist im falschen Film.

Dabei ist es gar kein Film, sondern sowas wie Reality-Show.

Leben ist wie Zeichnen ohne Radieren.

Allerdings hat man bei der Pinselführung bei einer einigermaßen bewußten Lebens- und Denkweise einen nicht erheblichen Einfluss, auch wenn der Pinsel dann trotzdem öfters mal aus der Reihe tanzt.

 

Und dann hat man den Eindruck, irgendwie redet oder schreibt man gegen eine Wand. Nix gerafft, alles vergessen? Oder zu sehr mit sich selbst beschäftigt, dass Anderes von Anderen ganz anders oder gar nicht verstanden wird oder nicht verstanden wollen wird. Ich hab keine Ahnung. Muss ich wohl auch nicht haben.

Ich schreib einfach weiter. Für alle, die es interessiert, die es lesen oder hören oder auch daraus lernen wollen. Oder denen es einfach Spaß macht, das Tagebuch eines Fremden zu lesen.

 

Blutdruck heute bei Dialysestart: 160/83; Blutfluss: 400;  Kalium: 5,0; Hb: 12,1; Gewicht netto (= morgens nach dem Aufstehen, nach dem Toilettengang und ohne Bekleidung): 84,0. Dialysedauer: 5,5 Std; Nadeln fanden beide trotz Wochenend-Pause gut ihren Weg durch’s Knopfloch in die Vene; Kopfhörer erforderlich (wie kann man ständig reden ohne zwischendurch zu atmen?); Vangelis „Nächste Schritte“, das ist laut genug, um alle außerkopfhörerischen Geräusche erfolgreich zu eliminieren; Tagebuch schreiben; mit meiner Freundin flirten; auf das Frühstück warten; im Nebenraum wird schon serviert.

 

So läuft gerade mein Tag an. Nicht in allen Punkten optimal. Doch ich lass mir so schnell nicht den Pinsel aus der Hand reißen.

 

Lass du es auch nicht zu.

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