Spagat

(30 x gelesen) im
Juni 29 2020

Montag

 

Mittwoch 8, Freitag 7 Zugriffe. Es war sicher einfach nur zu warm, um irgendwo zu sitzen und mein Tagebuch zu lesen. Kann ich ja verstehen. Ich saß auch lieber das ganze Wochenende im Garten, statt vor dem Bildschirm.

Garten. Insgesamt - unter anderem - 3 Bratwürste, 4 Rostbratwürste, 1 Thüringer Rostbratwurst, 2 Steaks, 1 Dose Pringles, 1/2 Liter Coca-Cola. Der Kalium-Wert heute?: 4,81 mmol/L. Beim Phosphatwert hab ich keine Bedenken, dafür (oder dagegen, je nachdem, wie man es sieht) gibt es ja Phosphathemmer. OsvaRen. Damit bin ich bisher immer gut gefahren und hatte nie ernsthafte Probleme. Und was auch zählt: Ich fühl mich super.

Was sich mehr angesammelt hat, besonders in den Beinen, ist Wasser. Viel Sitzen, viel Nichtstun, meist sogar Garnichtstun. Oder noch weniger. Da hatte das Wasser halt mehr Zeit, nach unten zu rutschen. Aber Daisy wird ihm schon zeigen, wo der Hammer hängt. 500 +300.

Als ich gestern Abend zuhause dann den Blutdruck gemessen hab, war der trotzdem nur bei 140/80. Heute morgen, nach erholsamen Schlaf (und endlich wieder meine Blutdruck-Tabletten), neben meiner Freundin Daisy, ist er wieder auf 170/93. Möchte mal wissen, woher der so kommt. Liegt es an der von den Schwestern behaupteten und von mir geleugneten Aufregung wegen dem Stechen? Sicher nicht. Gut, die Nadeln hatten heute ihre Schwierigkeiten, durch die „Wochenend-Kanäle“ gestochen zu werden. Sonnengegerbte Gartenluft-Haut eben. Nach mehreren Versuchen und oben einer dünneren Nadel wurde das Problem aber auch souverän gemeistert. Jetzt sitzen sie, das Blut läuft in Strömen durch, mit 380 ml/min (wegen der dünneren Nadel), Daisy macht es sauber und gibt es mir brav zurück.

Und nun kommt die Schwester mit dem Frühstück. Ich mache es aber anders als Daisy. Ich geb davon nichts zurück. Nein, da bin ich echt egoistisch. Sogar bei dem zusätzlichen Brötchen. In diesem Sinne: Hau rein!

_____

 

Mir gegenüber wird soeben ein Mitpatient gebracht, der sonst im Nachbarzimmer liegt. Nur heute kommt er im Bett, von einer Station unten in der Klinik... Sei immer froh, wenn du noch alleine laufen kannst und auch alleine auf’s Klo und wieder runter kommst. Das ist ein unbezahlbarer Reichtum. Viel größer als alle vier Wochen ein Sechser im Lotto.

 

Ja, ich kann mich so glücklich schätzen und unendlich dankbar sein.

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