Überstanden

(33 x gelesen) im
Juni 19 2020

Freitag

 

... und wir wissen mehr. Die ganze Geschichte ab Mittwoch Nachmittag bis gestern Nachmittag war sehr interessant. Wie meinte Martin Luther (angeblich)?: "Ein Mann soll in seinem Leben einen  Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen." Den Baum werde ich im Garten noch pflanzen, ein Haus hab ich zwar nie gebaut, weil ich im Garten eher wieder zu einem gebrauchten Wohnwagen tendiere, doch dafür habe ich drei Söhne gezeugt (unter anderen). Man sollte Luther‘s Liste allerdings auf „Darmspiegelung“ erweitern. Muss man erlebt haben.

Der „Winterschlussverkauf“ war das Schönste daran. Zwei Liter einer angerührten Flüssigkeit innerhalb weniger Stunden trinken. Das Zeugs schmeckte wie ein Gemisch aus eingeschlafenen Füßen und gedrechselter Zugverspätung, unbeschreiblich also. Alle Viertelstunde einen Viertelliter. Und dann im Darm! An jeder Ecke, in jeder Kurve stand einer und hat durchgewunken. Man sollte während dieser Zeit nicht außer Haus gehen, sondern sich einen Toilettenplatz reservieren. Ich wollte schon immer mal wissen, wann mein Darm mal ganz leer ist. Jetzt weiß ich es: am 18.06.2020 genau um 06:43 Uhr. Bereit zur Untersuchung. Eine Stunde Busfahrt, Anmeldung, Warten - alles ohne böse Überraschung. Die Darmspiegelung und Magenspiegelung selbst habe ich dann leider verschlafen. Beim Injizieren des Schlafmittels wünschte mir die Schwester „Viel Spaß im Land der Träume.“ Ich konnte grad noch „Danke“ sagen. Bin dann gleich wieder aufgewacht - dachte ich. Das war aber ca. 1 1/2 Stunden später und schon im Aufwachraum. Noch ne halbe Stunde Überwachung, Blutdruck um die 130/68, so, wie ich mir den immer schon gewünscht hab, Sauerstoff-Sättigung 96%. Dann aufstehen, anziehen, fertig. Gefordert wird, dass man danach von einer erwachsenen Person abgeholt und nach Hause begleitet wird. Mein Zustand war so gut, dass wir sogar die 700m zum Bahnhof zu Fuß geschafft haben.  Naja, daheim hab ich erst mal nach 31 Stunden wieder feste Nahrung zu mir genommen und dann 3 1/2 Stunden fest geschlafen. Danach war ich wieder der Alte...

Heute bei Daisy ist der Blutdruck natürlich wieder bei 173/92. Natürlich. Wie meinte mal Heinz Erhardt?: „Im Leben geht alles natürlich zu. Außer meine Hose, die geht natürlich nicht zu.“ Das könnte man auch auf den Blutdruck anwenden. Liegt vielleicht auch daran, dass ich heut morgen mal wieder meine Blutdruck-Tabletten vergessen hab.

Dafür war heute Salami-Tag: eine Scheibe extra von einer Mitpatientin, ein Brötchentausch mit meinem Nachbarn, ein Brötchen extra. Sieben Scheiben Salami, herrlich.

Inzwischen funktioniert auch die Verdauung wieder hervorragend.

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