Juni 08 2020

Montag

 

Der Tag, an dem die stumpfen Nadeln immer etwas schwieriger reingehen. Die obere wollte heute gar nicht. Also - spitze Nadel. Und flutsch - drin. Wenn alles im Leben so einfach wäre.

Das Wochenende ist nun auch vorbei. Verregnet in jeder Hinsicht. Nur gut, dass meine Freundin weiß, dass ich sie mag. Und sie mag mich ja auch. Das hilft.

 

Tagebuch. 261. Beitrag. Was soll ich schreiben? ...

 

Tja, kaum dass ich das geschrieben hab, wird mir plötzlich übel und schwindlig. Zum Glück steht grad der Arzt neben mir, stellt das Bett flach, misst Blutdruck. 196/94. Ein Glas Wasser. Es wird besser. Blutdruck jetzt 166/89. Noch ein wenig Ruhe, dann wieder langsam aufsetzen. Und frühstücken. Ganz langsam essen. Statt Kaffee heute Apfelschorle. Das laue Gefühl und die Übelkeit im Magen verschwinden langsam. Ich hoffe mal, das war eine einmalige Erfahrung. Nach 85 Wochen Dialyse. Auswirkung des verregneten Wochenendes? Nicht von der Hand zu weisen. Blutdruck jetzt 150/83. Und ich seh auch nicht mehr so grau im Gesicht, meint die Schwester.

 

Es ist halt immer noch mein Leben. Ich muss es so leben, wie ich es für richtig finde, ohne zunächst Rücksicht zu nehmen auf andere. Auch wenn das hart und lieblos erscheint. Oder egoistisch.

Ein Spruch, den mir mein Bruder in frühester Kindheit beigebracht (und angewendet) hat, lautete:

„Erscht  komm iech, dann mei Ziech, dann mei Kuh (dann ganz lang nix) und dann erscht du.“ Ich werde wieder lernen, ihn zu beherzigen.

Kommentar 0
blockHeaderEditIcon
blockHeaderEditIcon
blockHeaderEditIcon
blockHeaderEditIcon
blockHeaderEditIcon
blockHeaderEditIcon
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
Kein Problem. Geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein, mit der Sie sich registriert haben.
*