Mai 11 2020

Montag


Als man Herrn Anders nach seinem Namen fragte, meinte der: "Sie können sich das sowieso nicht merken, ich heiße jeden Tag anders."

Heute ist bei mir auch alles ganz anders. Es ist jetzt 11:16 Uhr. Und ich bin immer noch nicht angeschlossen. Und ich sitze hier im Aufenthaltsraum der Patienten. Und ich bin im Dialysezentrum in Gießen. Und nicht in Lich. Und ich werde erst um 13:00 Uhr mit der Blutwaschmaschine verbunden. Und ich war seit 07:30 Uhr bis vorhin in der Uni-Klinik. In der Radiologie. Ich dachte, ich kann mir dort ein neues Radio aussuchen. Aber nix war’s. Alles gelogen. Radiologie halt... Ich hatte Ultraschall für Leber, Milz, Blase. Bis auf eine Zyste in der Leber ist alles wieder mal im grünen Bereich. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Transplantation.

Ein nächster - und fast letzter Termin auf diesem ganzen Weg - ist im Juni eine Koloskopie. Da wird das Kolos kopiert. Ich hab’s mir auf deutsch erklären lassen: Ist ne ganz normale Darmspiegelung. Für diese Untersuchung musste ich zwei Fragebogen ausfüllen. Die Stasi wusste damals nicht so viel über mich, wie die Doktoren dann bei der Untersuchung... nur dass es diesmal nicht für politisch verwendet wird - hoffe ich zumindest.

Und dann habe ich vom Personal der Transplantationsvorbereitung erfahren, dass es in letzter Zeit gar nicht so sehr schlecht aussieht bei den Wartezeiten auf eine neue Niere. Und das hört sich doch gar nicht so sehr schlecht an.

Danach ein kurzer Spaziergang von der Klinik zum Dialysezentrum. 1,5 km in 25 min, bei 06 Grad Celsius und leichtem Nieselregen.

Und nun sitze ich also hier und warte bis kurz vor 13:00 Uhr. Vielleicht schreibe ich dann an meinem Platz noch was. Ihr müsst euch heute also noch etwas gedulden, bis ihr was zu lesen bekommt...

Nebenbei bemerkt: Seit ich hier im Zentrum bin, schüttet es wie aus Eimern. Zufall?

 

Nun bin ich also hier im Raum J. Die nächsten fünf Stunden. Neben mir eine Blutwaschmaschine (ohne Trockenschleudern und nur im Schonwaschgang), eine andere als Daisy. Ich hoffe, sie verzeiht mir. Aber im Leben ist es öfters unumgänglich, dass man als Mann Umgang mit fremden Frauen haben MUSS. Nun wäre es unfair, dass darüber andere Frauen neidisch oder eifersüchtig sind. Oder gar „seltsame“, unangebrachte Bemerkungen machen. Doch weil Daisy eine sehr vernünftige Freundin ist, wird sie das locker und unkommentiert durchgehen lassen.

Das Bett ist genauso wie in Lich. Bequem, sitz- und liegefreundlich, mit Decke und Fernbedienung. Und es gibt hier sogar Leckerli. Die übliche Montagsportion Ferrlecit. Dazu (bis jetzt) 1 Schorle, 1 Kaffee. Brötchen fällt aus, hätte vorbestellt werden müssen. Ich werde es verschmerzen.

 

Und damit ihr nicht noch länger warten müsst - stell ich das Ganze jetzt onnlein. Passt auf.... Jetzt!

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