Damals...

(42 x gelesen) im
Mai 06 2020

Mittwoch

 

Gestern war wieder Urologe dran. Der Frauenarzt für Männer. Diesmal wurde untersucht, ob und wenn, wieviel Urin von der Blase in die Nieren zurückläuft. Eine Vorbereitung für die Nierentransplantation. Einzelheiten lass ich weg. Es wurde mit Katheter gemacht. Das Ergebnis: Alles im grünen Bereich, kein Grund zur Sorge. War interessant, das mal zu erleben. Aber - auf ein weiteres mal kann ich durchaus verzichten.

Am Montag neuer Termin für Radiologie. Vielleicht messen sie meinen Radioempfang in der Neuronenabteilung des Oberstübchens?

Die obere Nadel geht schon fast von alleine rein. Da spür ich auch gar nichts mehr. Bei der unteren muss die Schwester noch ziemlich drücken, um rein zu kommen. Oben ist Sandstein, unten Granit. Und ich bin aus Eisen...

 

Wenn ich noch erzähle, was ich mir am Montag hier während der Dia angeschaut hab, wird meine Tochter denken: „Dad wird tatsächlich senil.“ (= durch Alter körperlich und geistig nicht mehr voll leistungsfähig; greisenhaft und in seinen Äußerungen und Handlungen mehr oder weniger kindisch... Stimmt‘s?)

Augsburger Puppenkiste. „Kater Mikesch“. Alle sechs Folgen. Am Stück. Zweieinhalb Stunden. Der absolute Favorit meiner Kindheit. Vor über 50 Jahren gesehen. Das meiste hatte ich vergessen. War sozusagen ein Auffrischungskurs. So herrlich. Ist das ein süßer Kater. Heut noch. Und das Maunzerle... Nicht umsonst hieß meine Katze so. „Kater Mikesch“ wurde nur noch von „Urmel aus dem Eis“ getoppt. Ja, alte Leute können sich noch an die Kindheit erinnern und begeistert sein davon. Noch als Ergänzung zum Senil oder besser zur Auffrischung der Erinnerungen an fast verloren gegangene Jugendidole hab ich gestern in Applemusik Pete Seeger und Joan Baez gefunden. Urlaub 1973. Tommy, der jeden Tag an seiner Jeans geflickt hat und furchtbar gestottert beim Sprechen, aber „We shall overcome“ fehlerfrei lauthals mitsingen konnte... Tja, damals war‘s. Und schön war‘s. Als die Welt fast noch eine Scheibe war...

Zurück in die Zukunft. Ins Heute, Hier und Jetzt. Fünf Brötchen. Eins extra und dann noch eins vom Nachbar. Gut gerüstet für neue Herausforderungen. Für die Uniklinik am Montag zum Beispiel.

 

Und vielleicht... schau ich mir heute das Urmel noch an... oder hör' Pete Seeger...

 

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