Apr 17 2020

Freitag

 

Der Platz links neben mir ist wieder belegt. Mit einigen Komplikationen nach einer OP...

 

Heute war nach dem Anschließen an Daisy erst mal ein Versuch bei einer Kundenwebseite dran, dort ein Video einzubinden, das sich zwar anschauen aber dann nicht herunterladen lässt. „Nur gucken, nicht anfassen.“ sozusagen. Es ist vorläufig bei dem Versuch geblieben. Auch als schwerbehinderter Dialyse-Patient-Rentner steht (oder sitzt) man noch vor manchen Herausforderungen. Rentner ist halt nicht Nichts-Tun, sondern irgendwie noch anders.

 

Zur Sache „Dialyse“: Ich stehe mit Daisy - und teilweise auch mit den Ärzten - im Clinch. Nicht, dass wir uns dauernd streiten, aber verschiedener Meinung sind wir doch. Daisy nimmt mir immer die eingestellten 500 ml Wasser ab plus die 200. Dass da auch minus 500 möglich wären, hat Daisy anscheinend noch nicht begriffen. (am Mittwoch: 500 + 200 - 500, also 700 max. und null mind. Sie nimmt natürlich 697!) Da gibt es auf dem Display eine Verlaufskurve für den Wasserentzug. Würden die Schwestern danach gehen, könnten sie mir drei Liter und mehr abziehen - und Daisy würde sich wohl triumphierend die Hände reiben. Ich hab aber schon bei den 0,7 Litern Probleme. Hab zuhause dann - dazu noch nach der Taxifahrt - das Gefühl, ich bin ausgelaugt, hab leichte Kopfschmerzen und mittelschweren Schwindel und schlafe dann fast den ganzen Nachmittag. Kein angenehmer Zustand. Das war schon bedeutend besser.

Bei einer Flüssigkeitszufuhr von 2,25 Liter/Tag hab ich noch eine Restausscheidung von 1,75 - 2,00 Liter. Da ist dann halt nicht mehr viel drin, wenn man Schwitzen und Atmen noch abzieht. Dann nimmt mir Daisy eisern 0,7 l und nach der Dia lass ich nochmal dringendst bis 0,5 l auf der Toilette. Sind zusammen 1,2 Liter - bei eigentlich nix, was drin ist. Wo nix ist, kann nix abgezogen werden. Und wenn doch, sieht‘s halt schlecht aus im Spechthaus, wie Olaf Schubert es sagen würde.

Die andere Seite wiederum... Jedes Ding hat ja drei Seiten: meine, deine und die richtige. Die andere Seite also ist, dass bei zu viel Wasser sich dieses in den Beinen sammelt und diese dann anschwellen bis hin zu Atemnot, weil das Wasser dann auf die Lunge drückt und vor allem der Blutdruck steigt - was bei mir der Fall war. Könnte allerdings auch andere Ursachen haben. Medikamenten-Wechsel oder mentalen Stress zum Beispiel. Es ist halt wie eine Gratwanderung.

Zum Glück achten Schwestern und Ärzte nicht stur auf Kurven und Maschinen und Startgewicht vor der Dialyse, sondern vorrangig  auf das Empfinden des Patienten. Heute deshalb 200 + 200 -200. Hab gehört, das ist nicht überall so, mit der Kommunikation zwischen Personal und Patient.

 

Ich bin nicht umsonst gerne gerade hier in dieser Klinik.

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