Danke

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Apr 10 2020

Freitag

 

Weckerklingeln um 05:55 Uhr. Taxi fährt um 06:25 Uhr. Ein PKW vor uns, vier kommen entgegen. Sonst kein Verkehr, niemand auf der Straße. An der Klinik der Parkplatz halb leer.

Karfreitag, Feiertag, Ruhe, Entspannung. Und Dialyse wie immer. Vier Leute reden durcheinander, was heute und an dem ganzen Wochenende alles möglich gewesen wäre, wenn... Corona es sich anders überlegt hätte. Tja, das Leben ist wie eine Brille: Man macht viel durch. Und man sollte es nehmen wie es kommt. Das Leben. Und auch die momentanen Beschränkungen. Ich für mich kann jedenfalls behaupten, dass ich nun nicht nur behindert, sondern auch noch beschränkt bin.

Den Lärm und alle Unzufriedenheit lasse ich aber nicht an mich ran. Kopfhörer. Laut. Vangelis „Nächste Schritte“, „Conquest of Paradise“, „Titan“ und so. Ostern kann kommen. Und das Frühstück auch. Mit zwei Kaffee heute wieder. Vielleicht kann ich damit meinen angestauten Frust wegspülen.

 

Heute gab es nochmal spitze Nadeln. Ist schon interessant. Eine Schwester beginnt damit und macht das einige Male hintereinander, weil sie weiß, in welche Richtung und in welchem Winkel sie stechen muss. Ein paar Tage später kommt eine andere Schwester und muss nun genau diese Richtung und den Winkel einfach nur spüren beim Stechen. Fachpersonal. Hochachtung. Danke.

Danke auch an ebendieses Personal, dass sie für uns da sind, trotz Corona, trotz Ostern, trotz Arbeitskräftemangel bzw. Krankheitsausfällen. Hier an der Wand hängt ein Bild. Ein schöner Rosenstrauß und unten steht „Danke, dass ihr für uns da seid.“ Sie haben es verdient.

 

Allen Lesern ein schönes, gesegnetes Osterfest. Auch wenn ihr zuhause bleiben müsst. Macht einfach was draus.

 

Glaubt mir, das ist immer noch besser als in der Klinik angebunden zu sein.

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