Mär 13 2020

Freitag

 

Die Uniklinik... hat nur das Schwarz-weiß-Foto gebraucht. Als ich nach dem Röntgen und dem netten Gespräch mit der netten Frau Doktor Lucy, die mich hier immer so nett betreut, auf den netten Vampir-Termin gewartet habe, kam die Frau Doktor und meinte, sie brauchen heute kein Blut, der Termin entfällt. Also bin ich mit der vorhandenen Gesamtmenge meines Blutes in die Cafeteria und hab zwei Bockwürste verdrückt. Nach einem kurzen Sprint zum Bahnhof hab ich dann auch den Zug nach Hause noch erwischt.

Was ergab das Gespräch mit der netten Ärztin? Fakten. Es stehen noch zwei Untersuchen aus, die des Hautarztes und eine Koloproktologie. Klingt gefährlich, ist aber nur eine Darmspiegelung. Dann muss ich die noch fehlenden Arztbefunde zuhause finden und abgeben. Und dann wäre da noch... ähm... es hätte das CT ergeben... bei der Leber... naja, da sind so kontrastarme Stellen... da müssten wir nochmal... zur Sicherheit... einen Ultraschall mit Kontrastmittel machen... und so. (Oh Gott, nein, Hilfe, ich hab Leberkrebs, ich muss sterben! Wann? Bald?) Das mit dem Sterben verschieben wir auf später. Machen wir erst mal die Untersuchungen. Eine Unter-suchung dient ja der Über-zeugung, dass ich gesund bin. Fakten zählen, keine panischen Vermutungen. Also weiter in dem Gespräch mit Dr. Lucy und den Fakten. Sind die Ergebnisse da, stehe ich auf der Liste zum Transplantieren. Und zwar auf der „ganz normalen“. Es gibt noch eine „Old to old“-Liste. Von Ü65 an Ü65. Vorteil: verkürzte Wartezeit von ca. 4 - 6 Jahren. Nachteil: Ich bekomm ne Ü65-Niere. Die kann gut, die kann weniger gut sein, so alt wie ich ist sie auf jeden Fall, oder älter. Von der „normalen“ Liste bekomme ich auf jeden Fall eine, die jünger ist als ich und (hoffentlich) einen längeren Überlebenswillen hat als eine Ü65. Die kann dann auch gut sein - oder auch weniger gut. Nachteil hier: die Wartezeit ist um die 10 Jahre und länger. Ich hab dann noch ein Problem, bei beiden Listen: Ich hab Blutgruppe Null, brauch also eine Null-Niere. Aber... Null-Nieren können neben Null- auch an A-, B- und AB-Empfänger gegeben werden, sind also viermal so begehrt. Dadurch wird die Wartezeit nicht unbedingt verkürzt. Solange ich mich bei der Dialyse wohl fühle und keinerlei Probleme damit habe, bleibe ich auf der normalen Liste. Sollten irgendwelche Probleme auftreten, kann ich in die Ü65 wechseln.

Naja, es gibt ja noch eine andere Lösung, aber die hab ich der Ärztin nicht verraten. Und auch mein Sohn, der gerade mitten im Medizin-Studium steckt, würde alle Hände über allen Köpfen zusammenschlagen und mich als sektiererischen Phantast betiteln, würde er das wissen. (Ich glaub, er ahnt es schon...) Kommt Zeit, kommt Rat. Und es liegt zum größten Teil an uns selbst, an unserer inneren Einstellung und unseren Gedanken, wie es ist und vor allem, wie es kommt.

Und wenn es dann doch anders kommt, dann habe ich auf jeden Fall bis dahin frei von Sorgen und zermürbenden Ängsten gelebt, war fröhlich, zuversichtlich und habe das Leben unbeschwert genossen, liebe Genossen und hab mich um die schönen und angenehmen Dinge gekümmert, deren es ja mehr als genug gibt, lässt man sich nicht durch Sorgen, Ängste und Panik die Sicht darauf verdecken. Basta!

Ganz nebenbei: Durch die intramuskuläre Hepatitis-Nachfolge-Impfung heute Morgen in den rechten Oberarm mit einer zwar dünnen Nadel, die aber länger war als die letzten Sommerferien und fast hinten wieder aus dem Arm heraus kam, macht der Arm ein wenig Aua, aber nur ein wenig. Dafür (oder dagegen?) gibt’s heute wieder einen zweiten Kaffee...

 

... und aktuell 170/87 Blutdruck.

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