Fakten

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Feb 26 2020

Mittwoch

 

Aber denen hab ich’s gezeigt gestern Morgen! Die dachten, sie können einfach... Doch weit gefehlt! Die hab ich sowas von in die Pfanne gehauen! Da haben sie sich ganz schön umgeguckt, die beiden. Spiegeleier, zwei Stück, 15 g Proteine, dazu rohen Schinken, 10 g Proteine. Und damit war schon fast ein Viertel des Tagesbedarfes abgedeckt. Morgen hau ich wieder zwei in die Pfanne. „Bin ich heute wieder durcheinander.“ wunderte sich da das Rührei...

Mozart, Klavierkonzert Nr 21, C-Moll. 6 Titel, 1 Stunde. Es geht nicht anders... Zum Frühstück und beim „Doktor-Serien-Schmus“ wird’s wieder stiller.

 

Dialyse-Fakten: Die Nierenleistung beim Wassertransport liegt immer noch bei nahezu 100%. Allerdings ist der Blutdruck seit einigen Tagen manchmal ziemlich hoch, bei über 160/90. Wenn man bedenkt, dass er schon bei 120/60 lag... Liegt es an der Medi-Umstellung? Betablocker ohne retard? Oder daran, dass ich in letzter Zeit wieder zu wenig trinke? Was ist zu wenig für mich? 1 - 1,2 Liter. Ich brauch mindestens 2 Liter. Im Übrigen fühle ich mich aber wohl. Nach der Dialyse manchmal ziemlich müde zum Mittagsschläfchen hinlegen, doch sonst top.

 

Lebens-Fakten: Ich kann es nur immer wieder betonen und in den Vordergrund rücken. Es geht nicht anders, als dass man das Leben mit allen Umständen und Widrigkeiten und Schlägen positiv sieht. Positiv, positiv. Der Satz „Das Leben hat nicht nur Nachteile - es hat auch schlechte Seiten.“ ist absolut aus der Luft gegriffen und in keinster Weise ernst zu nehmen. Egal, ob dir was an die Nieren geht oder wovon du einen dicken Hals bekommen hast, dir irgendwas auf den Magen schlägt oder was auch immer. Schmerzen und Krankheiten - bis hin zum Krebs - wollen uns etwas sagen. Der Körper wird nicht einfach so krank. Er leidet unter etwas, das ihm nicht gut tut. Er wehrt sich dagegen. Dann tut’s eben weh. Dauert das länger, wird aus Weh Krank. Und dann muss eben entweder operiert werden oder die Umstände müssen sich ändern. Häufig muss, weil zu spät reagiert wird, beides getan werden. Nur OP reicht nicht. Die nimmt nur die Auswirkungen weg. Die Ursachen bleiben - und machen wieder krank.

Und da ist eben eine positive Lebenseinstellung von unschätzbarem Wert und meiner Meinung nach nahezu überlebensnotwendig. Aber nun nicht verwechseln: Die Umstände, die dir den dicken Hals machen - die sind nicht positiv und die kann man sich auch nicht schönreden oder schönreden lassen. Es ist nun einmal einfach fies, wenn der Göttergatte spinnt, wenn in der Firma alle auf dir rumhacken, wenn jemand dein Auto zu Schrott verwandelt, wenn du das Gefühl hast, dass du nicht mehr lebst, sondern nur noch von den anderen gelebt und benutzt wirst. Es gibt tausend und mehr Dinge, die dich ankotzen können. Die sind weder schön noch positiv.

Nun kannst du das einfach so hinnehmen und dich „dreinschicken“, es resigniert erdulden oder als von Gott gewollt befrömmeln. Es gibt aber keinen Gott, der will, dass wir leiden. Er will, dass wir glücklich und gesund sind. Krankheiten töten, aber wir sollen leben. Unser Körper ist so konstruiert, dass er fähig ist, sich selbst zu heilen. Du schneidest dich, es blutet, du machst ein Pflaster drauf und nach wenigen Tagen ist die Wunde völlig verheilt, ganz von alleine. Das möchte dein Körper immer tun. Wenn du ihn lässt und wenn du ihm die Voraussetzungen dafür gibst. Um diese Heilungskräfte zu aktivieren braucht es zuerst diese positive Einstellung zum Leben. „Es wird alles gut, hab Vertrauen, du schaffst das, es wird dir nicht schaden.“ „Am Ende wird alles gut - und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“ In diese Richtung meine ich das. Krankheit macht Angst und Angst lähmt und macht noch kränker. Krankheit als Chance zu sehen, um seine krankmachenden Lebensumstände zu ändern, öffnet Wege zur Heilung. Aber dann muss man häufig auch die Notbremse ziehen, dass die Reifen qualmen und dies und das im Leben völlig umkrempeln. Nicht umsonst steht in meinem WhatsApp-Profil „It’s time to cross borders... and break new ground.“ Es ist Zeit, Grenzen zu überschreiten... und neue Wege zu gehen, einen neuen Grund zu schaffen. Für mich konkret: Mit Rentenbeginn Firma abmelden, nur noch soviel arbeiten, um ein wenig dazuzuverdienen und es Spaß macht zu arbeiten, jeden Tag nur einen einzigen Termin, genügend Zeit für alles zu haben ohne zu hetzen, egal, ob die anderen vor Ungeduld mit den Füßen trampeln, mir Mittagsschlaf zu gönnen, wann immer ich es möchte, die Dialysepflicht nicht als Einschränkung sondern als Möglichkeit zu sehen, die Zeit mit Daisy genießen und überhaupt mit meiner neuen, wunderbaren Freundin soviel Zeit wie möglich zusammen verbringen, weil der „Hautkontakt“ mit ihr mir einfach so unheimlich gut tut - und zu meiner Heilung absolut beiträgt.

Ändern, neu ordnen, das fängt ja schon mit solchen Kleinigkeiten wie dem Mehr-Trinken an. Oder im Sommer wieder mit Auszeiten im Garten. Und Dinge tun, für die ich ein langes Leben lang keine Zeit hatte oder mich einfach nicht getraut habe.
Positiv denken - positiv leben.

 

Im Übrigen:

Wer mehr über das Thema wissen, hören, gucken möchte, hier nochmal der Link zu einem höchst interessanten Interview: "Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe“ lautet der Titel: https://youtu.be/pwkLXPhOTQI

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