Imaginations...

(428 x gelesen) im
Dez 18 2019

Mittwoch

 

Zwei leere Schüsseln. Leer, aber noch nicht zerbrochen. Leer hat den Vorteil, dass Platz ist, um neu gefüllt zu werden. Auch die Diskutiererei über halbvoll oder halbleer erübrigt sich hier. Leer. Basta und gut so! Platz für neue Träume, neue Wege, neues Glück, neue Hoffnungen... Das aber nur nebenbei, für Schüsseln.

And if you have dreams - some dreams come true. Mostly with the highest power... Das aber auch nur nebenbei, für träumende Schüsseln zum Beispiel.

 

Stell dir mal vor, du gehst ins Krankenhaus. An der Rezeption vorbei, in den Fahrstuhl, oben in den Gang, vorbei an verschiedenen Türen mit verschiedenen fremdartigen Namen, hinter denen sich geheimnisvolle Stationen verbergen, wo du froh bist, dass du da hoffentlich niemals hin musst, du begegnest geschäftigen Leuten, viele mit weißen Kitteln und Stetoskopen um den Hals, als wäre es eine Kette mit Smaragd, andere in Jogginghosen, mit dem Tropfwagen in der Hand oder im Rollstuhl, eine geheimnisvolle Stille überall, nur gedämpfte Gespräche, bis du an eine Tür kommst, durch die du dann gehst, du suchst die Zimmernummer, klopfst, trittst ein und... bist unsicher gespannt, was dich drin erwartet und froh, nach der Besuchszeit den Ort des Grauens wieder verlassen zu können.

So ähnlich ging es mir heute Morgen wieder. Es ist dann noch ein Unterschied, ob du als Besucher oder als „Kunde“ kommst. Ich bin Kunde, Dauerkunde. An „meiner“ Tür steht das nüchterne Wort „Dialyse“. Und ich dachte wieder mal so: „Ey, du bist hier im Krankenhaus, dem Haus mit den vielen Türen!“ Manchmal muss ich es mir echt bewußt machen, wo ich hier bin. Es fühlt sich gar nicht so an. Krankenhaus, mit all den beklemmenden Emotionen, die man normalerweise damit verbindet. Krankenhaus. Es wird Zeit, wie bei Daisy am Anfang, ein entsprechendes Synonym dafür zu suchen...

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