Sprachbarrieren

(460 x gelesen) im
Nov 18 2019

Montag

 

Mit der deutschen Sprache ist es nicht ganz einfach. Beim Schreiben muss man auf die Rechtschreibung achten. Klingt plausibel. Wenn man aber beim Sprechen auf die Rechtsprechung achtet, ist irgendwas verkehrt. Dann wird „Austern“ groß geschrieben, das Gegenteil davon, „intern“ aber klein. Der Damenslip ist männlich, die Männerunterhose dagegen weiblich. Bei „Mutter“ heißt die Mehrzahl „Mütter“ oder „Muttern“, je nachdem, ob Frau oder Gewindezeugs. Wie ist dann die Mehrzahl von „Butter“? Bütter oder Buttern? „Bring mal zwei Bütter aus’m ALDI mit...“? Da soll noch einer durchblicken. Kein Wunder, dass Ausländer so Probleme damit haben. In Rumänien zum Beispiel ist das viel einfacher. Dort sprechen schon Kinder die rumänische Sprache fließend. Hab ich selbst immer wieder erlebt bei meinen Besuchen. Das ist da forte bine, sehr gut.

Und dann gibt es das Phänomen, dass man dieselbe Sprache spricht und sich trotzdem nicht versteht. Wie auf der Landstraße: man fährt aneinander vorbei, ohne sich zu berühren. Hat man sein Gegenüber noch gegenüber, ist das noch relativ einfach. Da kann man im Zweifelsfall nachfragen.

Wenn da nicht noch die „elektronische“ Kommunikation wäre. Die ist die schlimmste Art. Man liest sich. Mit Worten. Und mit runden gelben Grimassen. Die heißen  zwar Emoji, drücken jedoch kaum die wirklichen Emotionen aus. Ich schick ein „ich-roll-mich-vor-Lachen-auf-dem-Boden“-Emoji und in Wirklichkeit kann ich mir nicht mal ein Lächeln abringen. Ich schreibe „Du bist mir grad so wichtig.“ aber schau nebenbei noch bei YouTube vorbei, arbeite an irgendwelchen Dateien oder mach sonstwas. Merkt der/die/das Gegenüber ja nicht... Ist mein Gegenüber gegenüber, dann kann ich meine Emoji nicht verbergen. Da macht Kommunikation noch Sinn. Ich höre, hake nach, frage, reagiere entsprechend. Bei den elektronischen Ohren ist das viel schwieriger. Die haben ein beschränktes Volumen. Bei vielen meiner „Gespräche“ stelle ich immer wieder Folgendes fest: Alles, was über den oberen Bildschirmrand hinaus verschwunden ist, das ist mehr oder weniger verloren, so gut wie ungesagt, kaum noch Chancen, Reaktionen oder Antworten zu bekommen. Wer macht sich denn noch wirklich die Mühe, hochzuscrollen und nachzulesen? Das würde doch Zeit in Anspruch nehmen. Ist ja schon bei einem „althergebrachten“ Auge-in-Auge-Gespräch so, dass man nach durchschnittlich 7 (sieben) Sekunden nicht mehr zuhören kann, sondern unterbrechen und antworten muss.

Schon ein alter Spruch aus der Bibel lautet: „Wo viele Worte sind, geht es ohne Sünde nicht ab, doch wer die Zunge (oder eben die Tastatur) im Zaum hält, ist klug.“ (Sprüche 10,19) Nicht so einfach für jemand, dem das Herz auf der Zunge liegt.

Mein Beitrag heute ist auch schon wieder viel zu lang... Feedback aus meiner Leserschaft: „Deine Beiträge sind oft sehr lang.“ Also Fazit:

 

Schluss für heute.

 

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