Boah ey!

(296 x gelesen) im
Okt 30 2019

Mittwoch

 

Zum ersten Mal. Die Schwester. Katharina(*). Nadeln legen. Bei mir. Augen zu und durch. Ich hab die Augen zu gemacht und sie hat gestochen. Aber nicht ganz durch, sondern nur soweit durch wie es durch gemusst hat. Perfekt. Alle Angst umsonst. Auf beiden Seiten. Die Nadeln sitzen perfekt. Nachdem sie sich nach dem Legen natürlich wieder gesetzt haben. Möcht wissen, wie die das immer machen...

Der Tag fängt also schon mal gut an. Daisy zieht mir 2200+500 ab, 3000 wären laut Trockengewicht nötig. Aber ich vermute, dass Daisy wieder vernünftig ist und selber weiß, was mir gut tut. Startblutdruck: 135/77/65. Für zum ersten Mal und die hübsche Schwester ist das eigentlich viel zu niedrig. Blutfluss wieder 400 ml/min. Kalium am Montag 4,3; Blutzucker 96; HB 12,6. Werte eines Gesunden. Ernährung stimmt also. Nur ein klein wenig Vernunft walten lassen und etwas in seinen Körper hören, reicht fast schon aus. Dann noch ein paar grundsätzliche Prinzipien über Dialyse-Ernährung beherzigen, macht den Rest. Aber nicht so:

„Der Arzt hat mir 1 Bier erlaubt. Ich war bei 5 Ärzten. Also kann ich 5 Bier trinken.“

„Nikotin und Alkohol sind der Menschen Feinde wohl. Doch in der Bibel steht geschrieben, man soll auch seine Feinde lieben.“

Neulich (oder war es schon überneulich?) hatte ich doch von dem Ergebnis meiner Nachstar-OP berichtet. Jetzt wird auch mein Rücken dadurch besser. Warum? Weil Rücken und Augen eine heimliche Verbindung haben. Wenigstens nach Karl Valentin, einem weisen Mann und bekannten Kabarettist des vorigen, frühen Jahrhunderts. Er meinte, es gäbe den Spruch „Es is scho a rechts Kreiz, wenn ma nimmer gut sieht.“ (Es ist schon ein unleugbares Kreuz, wenn man nicht mehr gut sieht.) Und irgendwie glaubhaft muss der Mann ja sein. Er hat zum Beispiel auch gesagt: „Wenn es regnet, freu ich mich. Weil, wenn ich mich nicht freu, regnet´ s trotzdem.“

Allerdings regnet es heute hier nicht. In der Klinik nicht und draußen auch nicht. Die Sonne kommt grad raus. Aber nur draußen. Und ich seh sie wieder nicht, weil ich an der Tür liege und nicht am Fenster. Doch man kann nicht alles haben. Wenigstens hab ich ne echte Freundin, in die ich unsterblich verliebt bin, weil sie so gut zu mir ist und mein Leben lebenswert macht, die anderen haben nur Maschinen, an denen sie hängen...

Grausam...

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