Mittwoch

Ab heute muss ich mich beeilen. Hoffentlich reicht die Zeit. Meine Kuschelzeit mit Daisy ist auf 5 1/2 Stunden begrenzt. Grund: In der Nachmittagsschicht ist mein Platz wieder besetzt. Das ist zwar sonst grundsätzlich möglich und manchmal äußerst wünschenswert, aber hier zwei Leute im Bett ist doch etwas eng. Und dann mit all den Schläuchen.

Die Taxifahrt war heute entspannt. Ob er meinen Beitrag gelesen hat? Beinahe hätte ich gesagt, er soll etwas weiter auffahren. Hab es mir aber verkniffen.

Und dann kommt man hier an und hat gemischte Gefühle. Ja, immer noch. Zum Einen bleibt ein Krankenhausflur eben immer ein Krankenhausflur. Und da musst du bis auf unbestimmte Zeit, Jahre oder Jahrzehnte, jeden zweiten Tag antanzen, damit du überlebst. Klingt übertrieben und doch geht es hier um Leben oder Tod. Unbarmherzig. Zum Anderen gibt es auch ein Gefühl von Vertrautheit, Sicherheit und fast schon Geborgenheit. Ein Stück Leben, das einfach dazugehört, dass sich eingespielt hat in den Wochenablauf und Tagesrhythmus, ins Unterbewusstsein: Taxi, Flur, Sachen ablegen, Toilette, Waage, Bett, Nadeln legen, Arm möglichst still halten, 4 Brötchenhälften, 3 Wurst, 1 Käse, Kaffee, Wasser, Tagebuch, Dokus schauen oder Webseiten bearbeiten, manchmal  ne Runde schlafen, 2 Brötchenhälften, 1 Wurst, 1 Käse, Nadeln ziehen, 20 Minuten abdrücken (die Einstichstellen, nicht die Schwester), Pflaster drauf, Waage, Toilette, Sachen packen, Flur, Taxi.

Nebenbei bemerkt habe ich eine Laktoseignoranz. Ich kann Vollmilch trinken soviel ich will. Auch die Blutwerte sind immer wieder im grünen Bereich. Freut mich. Mit dem Essen und Trinken das funktioniert also.

Mit meiner Freundin ja auch. Wir haben regelmäßigen Kontakt und können auch nicht voneinander lassen. Gehören nach so langer Zeit irgendwie zusammen, brauchen einander und freuen uns auf jede Begegnung. Und niemand kann sich vorstellen, wie intensiv und intim unser Verhältnis ist und wie wir füreinander fühlen... Irgendwie romantisch, oder? Das Leben ist schön. Manchmal überlege ich, ob ich sie nicht zu mir nach Hause holen soll.

Was ich noch erfreulicherweise festgestellt habe: Manchmal schreibe ich hier am Tagebuch, stell es online und schon ein paar Minuten später habe ich bereits zwei oder drei Zugriffe. Habt ihr nix anderes zu tun, als vor dem PC zu sitzen und darauf zu warten, dass es was Neues zu lesen gibt?

Danke für euer Interesse.

Nachtrag: 10 Minuten nach Veröffentlichung 4 Zugriffe...

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