Sep 25 2019

...und erspart den Zimmermann im Porzellanladen.“ Oder anders herum: „Wer zuletzt lacht, braucht auch die Suppe nicht auslöffeln.“

Mittwoch

Da war ich doch gestern beim Augenarzt. Und komm aus dem Staunen nicht mehr raus. Zum Anfang tropfen, damit sich die Pupillen weiten und Rotkäppchen fragen kann „Aber Großvater, was hast du für entsetzlich große Augen.“ (Nein, es gab keine Tropfen auf den Mund, obwohl böse Zungen behaupten, ich hätte manchmal auch ein entsetzlich großes Maul...) Gucken rechts, gucken links, gucken nach oben, gucken nach unten, rechtes Auge, linkes Auge, ohne Lupe, mit Lupe und Gel, die er mir glatt „auf‘s Auge gedrückt“ hat. Und irgendwann fragt er mich: „Und Sie sind sicher, dass es das rechte Auge war?“ Ja, bin ich.

Ich muss etwas weiter ausholen, Etwa zwei Jahre nach den Katarakt-OP‘s habe ich festgestellt, dass rechts mein Gesichtsfeld eingeschränkt ist wie mit einem Vorhang. Okay, dachte ich, das gibt sich sicher wieder. Hat sich aber nicht. Wurde schlimmer. Nach zwei Wochen dann doch einen Termin beim Augenarzt gemacht, um mal nachschauen zu lassen. Sicherheitshalber. Ich kam hin, eine Woche später - und plötzlich war da Panik und Hektik. Sofort in die Augenklinik (die war gleich um die Ecke, ca 150m) und dort sagen, dass ich ein dringender Fall bin. Dort haben dann wieder mindestens vier Ärzte nacheinander nachgeschaut und jedesmal bei der Frage „Und wie lange haben Sie das schon?“ kam ich mir vor wie ein Exot. Ich wurde noch am selben Abend operiert, mit Vollnarkose... Netzhautablösung. Ich zitiere aus Wikipedia: „Die Netzhaut-Ablösung stellt eine der wichtigsten Notfallsituationen in der Augenheilkunde dar, da sie in der Regel unbehandelt zur Erblindung führt... Ist die Netzhaut mit ihren Nervenzellen und Photorezeptoren nicht mehr durch den Kontakt mit dem Pigmentepithel versorgt, kann es je nach Dauer zu einem irreparablen Funktionsverlust (Erblindung) der betroffenen Netzhautareale kommen. Nach Wiederanlage kann über Wochen bis Monate eine Besserung eintreten... Bei Fortbestehen einer vollständigen Netzhautablösung droht langfristig eine schmerzhafte Schrumpfung des Augapfels (Phthisis bulbi) und damit der Verlust des Auges....“ (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Netzhautablösung#) Gut, mehr hätte also nicht passieren können und ich stoße auf Verständnis bei der Reaktion der Ärzte. Ich hab’s nicht gewusst und meine Netzhaut auch nicht. Statt Stunden bis zur OP hatte ich ca. drei Wochen bis zur OP. Das Ergebnis? Sofort nach Verbandabnahme wieder über 180 Grad Gesichtsfeld, keinerlei Einschränkungen. Bis heute.

Und nun kommt mein Augenarzt gestern ins Spiel. Er konnte keinerlei OP-Spuren entdecken, so als wäre nie operiert worden. Nur das Band mit dem Druckpilz das ich immer noch um das Auge habe und er ertasten konnte, überzeugte ihn dann doch, dass es tatsächlich das rechte Auge war. Ich fragte ihn, ob das ein gutes Zeichen sei und er „Ja, allerdings.“ Links haben sie mir damals die Netzhaut an einigen Stellen mit Laser „angetackert“. Das konnte er sehen.

Nachdem wir uns also geeinigt hatten, machte er sich daran, den Nachstar im linken Auge zu bombardieren. War wohl nur Kleinkaliber, es klang, als würden zwei kleine Metallkugeln aufeinander geschlagen und ich hab jedesmal gespürt, als würde mir im Kopf einer gegen das Schienbein treten. Aber nur ein ganz kleiner. (Ich hab im Kopf gar keine Schienbeine...) Kein Schmerz, nichts Unangenehmes. Für alle, denen das mal bevorsteht, also keine Bange, ganz locker nehmen, tut überhaupt nicht weh und dauert ca 1 bis 2 Minuten. Wenn die Rotkäppchen-Tropfen nachlassen kannst wieder normal sehen, bzw. besser als normal. Ich kann feststellen, dass ich gestern schon auf dem Auge wesentlich schärfer sehen konnte als vorher. Der trübe Schleier ist verschwunden. Morgen ist dann das rechte dran.

Und jetzt sind noch reichlich fünf Stunden Daisy dran. Genießen wir das erst mal.

 

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