Sep 20 2019

Freitag

1000+-500... Hab ich am Mittwoch ziemlich gut weggesteckt. Sollte also heute auch funktionieren. Wir werden sehen. Ich heute, ihr am Montag. 

Die beiden Nadeln fanden heute ihren Weg wieder in Neuland. Das ist ähnlich wie zu den Anfangszeiten im Wilden Westen. Dort mussten auch häufig, um Neuland in Besitz zu nehmen, zunächst die Indianer vertrieben werden. Das war - für die Indianer zumindest - oft ziemlich schmerzhaft. Meine Indianer heißen „noch intakte Nervenbahnen“. Die werden bei der Suche nach neuen Einstichstellen gewissenlos durchstochen. Und das macht ganz schön Aua. Und genau wie es in Wildwest zum Selbstzweck der Siedler diente, hilft es bei mir, dass der Shunt an diesen Stellen nicht mit der Zeit die Größe eines Hühnerei’s annimmt. Das ist „sehr unangenehm“, wie die Handpuppe von Jörg Jará weiß.

Gestern wieder Arzttermin, um meine Liste abzuarbeiten. Und wie kann es anders sein, statt einen Termin weniger zu haben, hab ich drei neue bekommen. Meine jahrzehntelange Ärzte-Allergie rächt sich. Die Augen. Eine längere Geschichte. Vor ca. 11 Jahren zwei Graue-Star-Operationen. Bei örtlicher Betäubung und Fixierung, damit du das Auge nicht zumachen kannst, wird es seitlich aufgeschnitten, die alte, trübe Linse herausgenommen und durch eine neue, künstliche ersetzt. Dabei bleibt aber die hintere Linsenkapsel, ein dünnes Häutchen, erhalten, die das vordere Teil des Auges mit Linse und Augenflüssigkeit von der hinteren mit Glaskörper und Netzhaut trennt. Dieses Häutchen kann sich mit der Zeit eintrüben. Monate oder Jahre nach der OP. Deshalb hab ich links nur noch eine Sehkraft von 50%. Und deshalb die neuen Termine. Mit Laser werden in dieses Häutchen Löcher geschossen, damit das Licht wieder ungehindert durchkommt. Klingt fast wie ein Bericht von der Westfront... Und wenn man bedenkt, dass ein Laserstrahl sogar Stahlplatten durchschneiden kann, ist das auch ein wenig aufregend. Die Palette der Nebenwirkungen reicht von absolut harmlos bis totale Erblindung. Na also. Packen wir’s an! Nächste Woche.

Dagegen sind meine Stunden mit Freundin Daisy und den neulandsuchenden, streichholzdicken Nadeln schöner als ein Frühlingsspaziergang. Sanatoriummäßig. Mit Frühstück am Bett. Das gibt es meist nur in 4- oder 5-Sterne-Hotels. Lediglich, dass ich beim Frühstücken alleine im Bett liege, stört etwas... da fehlt das Hotelfeeling.

Kleiner Nachtrag: Zwei Minuten, nachdem ich den Beitrag online gestellt habe, wurde er schon von zwei Lesern geöffnet und gelesen. Wow!

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