Sep 18 2019

Mittwoch

 

Zwischen zwei und achtzig mal - lügt jeder Mensch pro Tag. Lügen ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit, damit man von den anderen, die ja auch lügen, nicht übervorteilt wird. Wissenschaftler sind heute in der Lage, Lügen sichtbar zu machen. Mit 95%iger Sicherheit. Zum einen an bestimmten Körperreaktionen wie Augenbewegungen und nicht beeinflussbaren Muskelreaktionen (hier gibt es die interessante Serie „Lie to me“ mit Tim Roth und Kelli Williams) und zum anderen mit Wärmebildkameras. Beim Lügen arbeitet der Frontlappen im Gehirn stärker, weil Lügen wesentlich anstrengender ist, als sich an Fakten zu halten. Das Gehirn wird an dieser Stelle stärker durchblutet und somit wärmer. Ebenfalls die Spitzen der Mittelfinger (obwohl niemand mit den Fingern denkt). Ebenfalls mit der Hautleitfähigkeit in Verbindung mit Schwitzen kann man Lügner entlarven. Der einfache Durchschnittsbürger lügt wesentlich seltener als Politiker oder andere höherrangige Personen. Es gibt Lügen, die lediglich dazu dienen, das Gegenüber in seinem/ihrem Selbstbewusstsein zu bestärken bzw nicht zu verletzen. „Das Kleid geht fast nicht mehr zu, bin ich zu dick? Nein, das sitzt wie angegossen...“ Oder um sich selbst nicht bloßstellen zu müssen. „Wie geht es Ihnen? Danke, gut...“ Und dann gibt es die unüberschaubare Palette der Lügen zum eigenen Vorteil. Manche Personen, zum Beispiel hohe Politiker in den USA, lügen und halten diese für Wahrheit, weil sie selbst daran glauben bzw es „im Bauchgefühl haben“ dass es die Wahrheit ist. Kann man bei ihm bei Facebook und Twitter nachlesen... Insgesamt ein hochinteressantes Thema, wenn man es wissenschaftlich betrachtet. Wenn man davon als Opfer betroffen ist, ist es echt fies. Lügen lernt man zwischen 4 und 5 Jahren, damit man daraus eigene Vorteile erzielt. Also ist bei mir mit 65 sozusagen alles zu spät...

Ich schreibe das heute nicht, weil ich Täter oder Opfer bin, sondern mich solche Themen interessieren. Und ich möchte betonen, dass meine Einträge immer der Wahrheit entsprechen, manchmal lediglich schriftstellerisch etwas „ausgeschmückt“. Naja, vielleicht ein oder zwei Unwahrheiten... oder achtzig....

Wahrheit: Blutdruck immer noch im oberen Bereich. Ein Gespräch mit dem Arzt eben gibt mir Aufklärung. Bisher war ich der Meinung, dass ich noch oft und reichlich genug Müssen muss. Anscheinend eine Fehlmeinung. Man misst ja auch nicht täglich. Und so hat sich im Laufe dieser Meinungsverirrung doch reichlich Wasser im Körper angesammelt. Ergebnis: hoher Blutdruck. Ärztliche Verordnung (praeceptum medici): Daisy entzieht mir 1000ml plus/minus 500ml. Dabei ist Daisy so human - deshalb liebe ich diese Freundin so sehr (ich hab noch andere, die ich auch liebe...) - und entscheidet selbständig, ob und wann mein Blut zu „dick“ wird und wieviel sie mir tatsächlich abnehmen kann. Am Montag hatte ich danach mit 500 +- 200 und tatsächlichen ca 690ml leichte Schwindelgefühle. (Das hat aber jetzt nichts mit dem Thema „Lügen“ oben zu tun.) Der Arzt meint, das wird eine Gewöhnung brauchen. Na, man gewöhnt sich ja an fast alles... Entzugserscheinungen gibt es auch beim Drogenkonsum. Und da ich ja sowieso wie ein Junkie ständig an der Nadel hänge, kann ich nichts anderes erwarten, oder?

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