Höhere Gewalt

(40 x gelesen) im
Sep 02 2019

Montag

 

Neuer Tag, neue Woche, neuer Monat. Wochenende vorbei, Rendezvous mit Daisy, 2 Nadeln im Arm, 6 Stunden am Platz bleiben, Frühstück steht schon da, der Geschmack der ersten beiden Brötchen ist nichtssagend, der Kaffee schmeckt gut, der Akku vom iPad ist voll, ich kann mich damit austoben.

Am Freitag war die Schwester belustigt, dass ich von weiteren 48 Jahren Dialyse gesprochen hab. „Wann hat er damit angefangen?“ „Ich glaub, mit 10?“ „Und du bist?“ Na und? Wenn mein Ziel mit 120 Jahren Gesamtlebenszeit anvisiert ist (ohne Unterbrechung mit Konservieren oder Einfrieren oder all so’n neumodisches Zeug), dann habe ich am Ende noch sieben Jahre übrig... Siehste! Jedes Ding hat drei Seiten. Meine, deine und die richtige. Wenn ihr so lange dran bleiben wollt, oder zwangsläufig dann eben eure Kinder oder Enkel, werdet ihr erfahren, wie es mir und ob es mir dann überhaupt noch geht.

Deshalb hab ich doch hier zum Frühstück fünf Brötchen(hälften). Wer lange ißt, lebt lange. Und wer lange lebt, wird alt.

Beim Essen nicht so viel, besser gar kein giftiges Fastfood, wenig oder noch weniger Alkohol, nicht rauchen (Ich war früher mal Heizer, da hatte ich einen ca. 20 Meter hohen Schornstein, der hat für mich prima das Rauchen übernommen.), genügend Bewegung an der frischen Luft (soweit die überhaupt noch frisch ist, aber alles wird ja besser), Austoben im Garten, nicht nur zuschauen, wie das Unkraut wächst, später jeden Tag mehrmals mit dem Hund raus, nichts übertreiben, sondern auf den Körper achten und es langsam angehen lassen, Stress und unschöne Diskussionen vermeiden und dem möglichst weit aus dem Weg gehen, ausreichend Schlaf und Erholung (neben Daisy zum Beispiel), Träume träumen und Sehnsüchte sehnsüchten und darauf hinleben, sie auch in die Tat umzusetzen, also nicht stupide mit dem Rollator in der Ecke sitzen und warten was kommt. Dann muss ich nur noch aufpassen, dass mich kein Auto überfährt und mir kein Dachziegel auf den Kopf fällt. So habe ich von meiner Seite schon mal gute Voraussetzungen, mein Ziel zu erreichen. Der Mensch denkt, Gott lenkt. Und er ist höher und hat das größere Lenkrad und die bessere Übersicht. Überlassen wir ihm die endgültige Entscheidung.

Heute ist heute und wir leben alle im Heute. Gestern ist vorbei, was morgen kommt, wissen wir nicht. Machen wir also aus dem Heute was Fetziges.

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