Unterwegs

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Aug 05 2019

Montag

 

Unterwegs als Dialysepatient. Funktioniert. Hab‘s probiert. Am Wochenende. Samstag Vormittag weg, Sonntag Nachmittag zurück. Nicht nur um die Ecke in den Garten, nein, etwas weiter weg. Vier Stunden Autobahn. Angekommen war‘s dann ziemlich anstrengend, aber das hatte andere Gründe... Was für mich als Dialytiker wichtig war: Essen und Trinken hat funktioniert, auch Gaststättenessen, relativ viel getrunken dabei (durchweg alkoholfrei). Weil die Phosphat- und Kaliumwerte im grünen Bereich sind und auch die Blase noch ihr Ding macht, gab es da keinerlei Probleme. Natürlich, obwohl das bei mir gar nicht so natürlich war früher, hab ich mit Essen immer dann aufgehört, nachdem der Körper signalisiert hat: „Du bist satt, Junge!“ Sogar ein Stück Fleisch war noch übrig. Wäre mir früher im Traum nie eingefallen. Ergebnis: Ich hab gut schlafen können - die Wärme lassen wir hier mal aussen vor - und hatte weder Sodbrennen noch Völlegefühl. Heut hab ich zu Daisy nur 200ml „eingelagerte Flüssigkeit“ mitgebracht und der Kaliumwert ist von 4,5 auf schlappe 4,9 gestiegen. 

Das macht mir nun auch Hoffnung, so eine Reise weiter auszudehnen auf Freitag Mittag bis Sonntag Nacht und acht Stunden A3. Step by Step takten wir Dialyse und Reisen auf „Synchron“. 

Klingt seltsam, aber am Erholsamsten war es auf der A3. Trotz zähfließendem Verkehr und Stop and Go. Fast an jeder Ecke kamen alte Erinnerungen aus der Truckerzeit hoch. Die A3 war so etwas wie meine zweite Heimat. Damals war‘s... Heute gibt es da alte Brücken nicht mehr und man sieht nur noch ansatzweise die alte Fahrbahn, fährt auf vier Spuren, wo früher ständig LKW-Stau war auf zwei Spuren am Berg, fährt durch neue Tunnel, überall wird gebuddelt.

Was ich auch interessant fand: Am Sonntag Morgen haben wir in einer ziemlich alten Bäckerei gefrühstückt. Die stammte noch aus früheren Zeiten, wo es bei Gräfinnen und Königinnen und so noch die Zofen gab. Und diese Zofen, die eigentlich die Kammer-Bediensteten waren, hatten nebenbei noch diese Bäckerei. Allerdings waren diese Zofen wohl hohl. Vielleicht mussten sie deshalb zum Bäcker... Das stand dann auch an der Tür. Zwar mit Rechtschreibefehler (sie hatten hohl ohne „h“ geschrieben), aber da stand groß „Holzofenbäckerei“.

Heute gibt‘s die Brötchen wieder von der normalen Bäckerei.

 

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