Freud oder Leid?

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Juli 22 2019

Montag

07:25 Uhr, die Verbindung mit Daisy ist perfekt, 5,5 Stunden, dann darf ich wieder von ihr weg. Ich muss gestehen, es tut mir gut. Und ich bin der seltene Fall, dass ich freiwillig diese 5,5 Stunden Dialysezeit möchte. Naja, ich war schon immer irgendwie die Ausnahme...

Gute Neuigkeiten: Kalium ist auf 4,2 gesunken. Ich brauch mir keine übertriebenen Sorgen machen wegen kaliumarmer Kost. HB bei 12,2. Das ist der unterste Wert eines gesunden Menschen. Dort würde man vielleicht Alarm schlagen, weil er so niedrig ist. Ich kann mich freuen, weil er endlich so hoch ist. So unterschiedlich ist das eben. Es kommt immer auf die Sichtweise an und auf die Richtung, aus der man es betrachtet.

Das Wochenende lief auch gut. Ab Samstag Garten nonstop. Was hab ich dort gemacht? Einfach Nichts. Und weil ich am Samstag damit nicht fertig geworden bin, hab ich am Sonntag weiter gemacht. Auch Nichts. War ganz entspannt. Nur Chillen und Grillen. Rentner müssen eben nicht immer hektisch irgendwas tun, nur, damit sie langsamer älter werden. 

Deshalb werde ich heute nach dem Tagebucheintrag damit weiter machen. Nichts tun. Brötchen sind aufgegessen, außer das eine, das im Kühlschrank auf „stand by“ liegt, Kaffee ist ausgetrunken, Daisy macht ihr Ding mit mir, vielleicht noch was gucken, Feierabend.

Das Einzige, was grad noch auf mich zukommt: der Arzt mit Visite. 

Er ist zufrieden mit meinen Werten und meinem Zustand. Erfreulich auch, dass die Blase sich wieder anstrengt, besser zu funktionieren. War heut Nacht dreimal auf der Toilette. Fällt mir dazu grad ein: Des einen Leid ist des anderen Freud. Früher war das nervig, heute freut’s mich

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