Bergauf

(129 x gelesen) im
Juli 03 2019

Es ist Mittwoch. Es ist still hier im Raum. Es fehlen zwei Patientinnen, die im Urlaub sind. Mein Bett quietscht immer noch beim Hoch- und Runterfahren. (Den Kommentar der Schwester dazu möchte ich hier nicht erwähnen.) Es ist nicht mehr so warm draußen. Ich hab abgenommen.

Der Traum-Satz wohl jeder Frau: „Ich hab abgenommen.“ Bei Autos gibt es einen anderen Satz: „Von Null auf Hundert in acht Sekunden.“ Den Satz gibt es bei Frauen auch und er ist äußerst gefürchtet: Wenn sie auf die Waage steigen. 

Bei mir funktioniert der erste Satz tatsächlich. Im Sommer vor der Dialyse hatte ich 82,5 kg. Gut, das ist immer noch weit entfernt von meinem Idealgewicht von 78 kg, aber immerhin. Spitzenwert ist 88,6 kg. Innerhalb eines halben Jahres. Erschöpfung, wenig Bewegung, Müdigkeit, Auswirkungen des Nierenversagens. Doch seit etwa einem Monat geht der Zeiger der Waage langsam nach unten. Besonders in den letzten drei Wochen der Kirschen-Ernte-Zeit. Andere Essgewohnheit. Vorwiegend Kirschen, kaum Brot, wenig Kartoffeln, Fleisch und Wurst, abends kein Abendessen, sondern nur ne Handvoll Kirschen oder zwei. Das hat wohl „eingeschlagen“. Am Montag lag ich bei 84,9 kg. Und der Bauchumfang hat sich um einen Zentimeter verringert. Yeah! Und nein, ich hungere mich nicht schlank. Wäre das Dümmste, was ich machen könnte. Mit Hungern erreicht man immer das Gegenteil: der Körper schaltet bei der Kalorienverwertung auf Sparflamme und legt stattdessen Vorräte an, die er in Hüfte und Bauch hortet. Genauso wie bei zu viel Essen. Besser ist, ausgewogen und regelmäßig essen, nicht hungern aber auch aufhören, wenn man satt ist. Und dabei beobachten, wie man sich fühlt. Wenn es so ist, wie mein Freund früher immer gesagt hat, „Vor’m Essen macht man n langes Maul, nach’m Essen ist man faul.“, hat man etwas falsch gemacht. Nach dem Essen sollte man sich noch wohlfühlen und nicht mit vollem Bauch stöhnen.

Bei mir greift wohl auch die Tatsache, dass ich mit der Erhöhung der Wassertabletten wieder eine bessere Wasserausscheidung habe. 

Das alles und höhere Eisenwerte, bessere Laborwerte, die Arbeit von Daisy und mehr körperliche Aktivitäten geben mir ein allgemein viel besseres Wohlbefinden. Viel besser als noch vor einem halben Jahr.

Sehr erfreulich. Und ausbaufähig. 

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